Jonen
388 unzufriedene Pendler: «Wir wollen lediglich gleich gute Verbindungen wie vor 2015»

In der Gemeinde Jonen sind die Pendler seit der Fahrplanänderung 2015 unzufrieden. Die neuen Verbindungen verursachten Wartezeiten oder machten für Berufstätige das Pendeln gar ganz unmöglich. Eine Unterschriftenaktion soll nun helfen.

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Nora Güdemann

2015 wurde der Fahrplan der Postautolinien 231 und 215 angepasst – eine Änderung, die für viel Unmut sorgte. Vor allem die Joner Bürger zeigten sich unzufrieden mit den neuen Verbindungen, die Wartezeiten verursachten oder für Berufstätige das Pendeln gar ganz unmöglich machten.

Christoph Looser aus Jonen pendelt jeden Tag nach Zürich. Schon vor zwei Jahren setzte er sich dafür ein, dass der Fahrplan geändert, beziehungsweise rückgängig gemacht wird. Ohne Erfolg. Die Verkehrsverbünde ZVV und A-Welle gingen nicht auf die Anliegen ein, die von der Gemeinde via Kanton eingespeist wurden.

Hoffnung enttäuscht

Loosers Problem steht stellvertretend für die Situation aller Joner, die mit den öV unterwegs sind: «Das Problem ist, dass die direkte Verbindung verloren ging und heute viel mehr Fahrgäste und Pendler in Oberlunkhofen von und nach Jonen umsteigen und warten müssen, als Fahrgäste nach Arni fahren», erklärt Looser.

Auch für Schüler sei das ein Problem, weil sie dort die viel befahrene Kreuzung überqueren müssten. «Auch der Zuganschluss in die Innerschweiz, ausgehend von Affoltern am Albis, ist nicht mehr gewährleistet.» Grund dafür: «Der Bus 215 kommt eine Minute nach dem Abfahren des Anschlusszugs in Affoltern an.» Ausserdem entfällt der Viertelstunden-Takt zu den Stosszeiten sowie der Halbstundentakt nach 19 Uhr von Zürich her.»

Viele Pendler haben sich notdürftig mit der Situation abgefunden, fahren nun mit dem Auto zur Arbeit oder nehmen längere Reisezeiten in Kauf. Trotzdem hatten sie alle die Hoffnung, dass mit dem Fahrplanentwurf 2018/2019 Jonen wieder mehr berücksichtigt wird.

Mehr Druck ausüben

Fehlanzeige, wie Looser berichtet. «Der neue Fahrplan liegt zur Vernehmlassung auf. Darin sind aber keine besseren Verbindungen für die Gemeinde ersichtlich.» Nun sah der öV-Liebhaber noch mehr Handlungsbedarf und startete vor zehn Tagen, zusammen mit einer anderen Pendlerin, eine Unterschriftenaktion.

388 Joner setzten ihre Namen unter ein Änderungsbegehren für den Gemeinderat, das am Freitag übergeben wurde. «Wir stellen keine hohen Ansprüche», sagt Looser. «Wir wollen lediglich die gleich guten Verbindungen, wie wir sie vor dem Fahrplanwechsel 2015 gehabt haben.» Sein Ziel ist es, mit der Unterschriftensammlung der Gemeinde den Rücken zu stärken: «Vielleicht helfen die Unterschriften bei den Verhandlungen um eine etwaige Veränderung des Fahrplans.»

Béatrice Koller, Gemeindeammann, und Gemeinderat Dieter Brodbeck, die öfter mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, können das Anliegen Loosers nachvollziehen: «Das Schwierige bei den Verhandlungen ist es, dass sich ZVV und A-Welle abstimmen müssen», sagt Brodbeck, der in seinem Ressort für den Verkehr zuständig ist. «Mit den Unterschriften kann die Gemeinde nun mehr Druck ausüben und zeigen, dass die schlechten Verbindungen nicht nur ein Problem von Einzelnen sind.»

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