Das Baugesuch nennt Kosten von 6,5 Mio. Franken. «Das Projekt entspricht ziemlich genau meinen Wunschvorstellungen, die Finanzierung steht grundsätzlich», sagt Stöckli.

Der grosse «Ochsen»-Saal war nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben und wurde bereits von Stöckli fremdvermietet, das Caspar-Wolf-Haus ist nicht mit einem vernünftigen Aufwand zu erhalten, wie der Besitzer schon vor einem Jahr erklärte.

Das Restaurant Ochsen selber steht unter kommunalem Substanzschutz. Alles in allem also eine anspruchsvolle Umgebung für ein Neubauprojekt. Noch vor einem Jahr überlegte Stöckli, ob er nicht besser Wohnungen statt Hotelzimmer realisieren sollte. In der Zwischenzeit hat er diese Frage für sich beantwortet: «Wir wollen etwas Nachhaltiges für Muri im Bereich Hotellerie und Gastronomie machen.»

Zwischenbau mit Restaurant

Zwischen dem geplanten Hotelneubau mit 36 Zimmern anstelle des Caspar-Wolf-Hauses stellt das Architekturbüro Peter F. Oswald, Muri, einen Zwischenbau, welcher alt und neu verbindet und das neue Restaurant umfasst. Der neue Hotelbau soll mit einer holzverkleideten Fassade ausgeführt werden. Diese Wahl führe zu einer Hierarchisierung zwischen dem Ochsen und dem Annexbau.

In einer ersten Etappe würden die Neubauten realisiert werden. Hier sind neben dem neuen «Ochsen»-Grill-Restaurant ein unterteilbarer Mehrzwecksaal und 36 Hotelzimmer geplant. In einer Hallengarage gibt es 22 Einstellplätze.

In der zweiten Etappe wird das «Ochsen»-Hauptgebäude mit seinem 15 Hotelzimmern renoviert. Am Platz des heutigen Restaurants werden eine Bar und eine Lounge ins Auge gefasst, «wobei diese Bezeichnung erst ein Arbeitstitel ist», wie Stöckli ausführt.

Schutz aufheben

Eine Voraussetzung für das Bauvorhaben ist die Entlassung des Caspar-Wolf-Hauses aus dem Volumenschutz. Das soll an der nächsten Einwohnergemeindeversammlung mit der Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung geschehen.

Bereits 2015 wurde es aus dem kantonalen Inventar gestrichen. Stöckli rechnet damit, dass das Projekt bis etwa Anfang 2019 verwirklicht sein könnte. Während der Bauzeit würde er den Hotel- und Restaurantbetrieb aufrechterhalten.

In fünfter Generation

Das Hotel Ochsen ist ein traditionsreicher Betrieb und wird heute von Robert Stöckli in fünfter Generation geführt. Die erste Generation Stöckli übernahm ihn 1878, das Gasthaus war schon lange vorher aktenkundig. Als Vertreter der vierten Generation wurde Franz Stöckli-Schwegler 1972 neuer Eigentümer. Er realisierte grössere Umbauten.

1989 erfolgte der Ausbau des dritten Stockes zu Hotelzimmern. 2004 kam es zum Umbau der Pferdestallung in eine Sommerwirtschaft und 2007, nach dem unerwarteten Tod von Franz Stöckli, wurde der Betrieb vorerst von Verena und Robert Stöckli weitergeführt. Seit 2008 ist Robert Stöckli Eigentümer.

Das markante Gebäude Restaurant Ochsen an der Seetalstrasse steht unter kommunalem Substanzschutz. Separat erfasst ist das Wirtshausschild, das unter kantonalem Substanzschutz steht.