Einstimmig hat der Grosse Rat die massiven Mehrkosten bei der Strassensanierung gutgeheissen. Allerdings kam das Ja nur zähneknirschend zustande – mehrere Fraktionen übten Kritik an den Mehrkosten. Max Läng (CVP) sagte, die zuständigen Stellen im Departement für Bau. Verkehr und Umwelt hätten «keine gute Falle gemacht». Insbesondere die geologischen Abklärungen seien zu wenig seriös gemacht worden. Rosmarie Groux (SP) und Martin Keller (SVP) sagten beide, ihre Fraktionen würden der Vorlage «zähneknirschend» zustimmen.

Roland Basler (BDP) fragte sich, ob das Gelände so speziell sei, «dass man sich derart verschätzen kann?». Herbert Scholl (FDP) hielt sich äusserst kurz, die Vorlage sei «ärgerlich, aber notwendig». Baudirektor Stephan Attiger äusserte Verständnis für die Kritik, hielt aber fest, die Mehrkosten seien offengelegt worden, sobald man davon gewusst habe. Attiger betonte, der Regierungsrat habe bereits Massnahmen ergriffen, um derartige Kostenabweichungen künftig zu verhindern.

2,8 Millionen steuert Zofingen bei

Einstimmig hatte der Grosse Rat die Sanierung der Mühlethalstrasse im Abschnitt Bushaltestelle Milchhüsli / Stampfiweiher im Jahr 2010 genehmigt. Damals wurden die Kosten mit gut 8 Mio. Franken veranschlagt, wovon der Kanton gut 6 Mio. Franken übernommen hätte. Nun wird die Sanierung jedoch 11,83 Millionen Franken kosten. Mehr als 9 Millionen des Gesamtbetrags hat der Kanton Aargau zu tragen. Die restlichen rund 2,8 Millionen muss die Stadt Zofingen beisteuern.

Während der Vorbereitungsarbeiten zur Sanierung der Strasse, die Zofingen mit Uerkheim verbindet, sind allerdings Probleme mit der Geologie aufgetreten. Bei Probebohrungen wurde festgestellt, dass der tragfähige Fels tiefer liegt als angenommen und dass die vorgesehene Konstruktion der Stützmauer die Mühlethalstrasse nicht genügend absichern kann. Daher braucht es für eine sichere Fundation der Stützmauer längere Pfähle bis auf den tragfähigen Fels.

Baubeginn im Februar 2014?

Die notwendigen baulichen Zusatzmassnahmen auf der Mühletalstrasse bewirken eine Verzögerung des Strassenbauwerks um rund zehn Monate. Nach dem Ja zum Zusatzkredit sollen die Arbeiten so ausgeschrieben und terminiert werden, dass der Baubeginn direkt nach Ablauf der Referendumsfrist angepackt werden kann. Dies wird voraussichtlich im Februar 2014 der Fall sein, wie Matthias Adelsbach, der stellvertretende Kantonsingenieur, im Mai gegenüber Tele M1 sagte.