Wohlen
36 Fotovergleiche zeigen: «Wohlen ist ein schönes Dorf – gewesen»

Die Kunstkommission illustriert mit Fotovergleichen und geschichtlichem Abriss die Entwicklung des Ortsbilds.

Toni Widmer
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Anhand von 36 Fotovergleichen lässt sich die bauliche Entwicklung von Wohlen an der Ausstellung in der Bleichi nachvollziehen.

Anhand von 36 Fotovergleichen lässt sich die bauliche Entwicklung von Wohlen an der Ausstellung in der Bleichi nachvollziehen.

Toni Widmer

Heini Stäger provozierte in seiner Laudation zur Ausstellung mit seinem gewohnt scharfsinnigen Humor: «Wohle esch es schöns Dorf», sagte er und schob nach einer kleinen Denkpause nach: «gsii». Doch Stäger wäre nicht Stäger, wenn seine Provokation nicht gleichzeitig auch zum Nachdenken angeregt hätte. Er nahm die Vernissagegäste mit auf einen kleinen Dorfspaziergang von der Bremgarterstrasse bis zum Bahnhof und animierte sie mit seinen Ausführungen dazu, sich Überlegungen zur Entwicklung von Wohlen zu machen.
Genau das ist auch das Ziel der Ausstellung «Wohlen gestern und heute» in der Wohler Bleichi. Bis zum 28. August illustriert dort die Kunstkommission mit 36 Fotovergleichen, wie sich Wohlen in den vergangenen rund 100 Jahren baulich entwickelt hat. Ideenlieferant für dieses Projekt war Hans Furter, Architekt und Präsident der Kunstkommission. Er ist mit Fotograf Felix Wey durch Wohlen gezogen und zusammen haben sie alte Aufnahmen vom damaligen Standpunkt aus nachgestellt.

Leute sensibilisieren

Die Gegenüberstellung von historischen Aufnahmen und aktuellen Fotos hat aber nicht nur den Zweck, ältere Wohlerinnen und Wohler an früher zu erinnern: «Es ist uns ebenso ein Anliegen, junge Leute dafür zu sensibilisieren, wie und in welcher Form zukünftige Entwicklungen und Veränderungen fortschreiten sollen», sagt Hans Furter. Was er damit meint, illustrierte er an der von weit über 100 Personen unerwartet gut besuchten Vernissage mit einem sehr eindrücklichen geschichtlichen Abriss anhand von alten Fotos und Ortsplänen.
Hans Furter ging es dabei einerseits darum aufzuzeigen, welche Bausünden in Wohlen in der Vergangenheit passiert sind und was man hätte besser machen können und sollen. Er zeigte anderseits aber auch auf, dass es in Wohlen weit mehr erhaltenswerte Gebäude und Anlagen von architektonischem und damit auch geschichtlichem Wert gibt, als man gemeinhin annehmen würde.

Zur Ausstellung hat die Kunstkommission auch eine Broschüre mit dem Titel «Wohlen Zeitsprünge» herausgegeben. In diesem gelungenen Werk sind alle 36 Dorfansichten von damals und heute abgedruckt. Dazu kommt ein aufschlussreicher Aufsatz von Historiker Fabian Furter, der sich mit der Ortsbildentwicklung im 19. und 20. Jahrhundert befasst. Die knapp 100 Seiten starke Broschüre kann an der Ausstellung für 20 Franken erworben werden.

Fotoausstellung «Wohlen gestern und heute», Bleichi Wohlen. Bis 28. August jeweils Do bis So 16 bis 20 Uhr geöffnet.