Oberlunkhofen

32 Wohnungen statt «Kellerämterhof» – Baustart für neue Überbauung ist erfolgt

Auf dem Areal des ehemaligen «Kellerämterhofs» in Oberlunkhofen wird der Baugrubenabschluss erstellt, wofür 78 Bohrungen notwendig sind.

Auf dem Areal des ehemaligen «Kellerämterhofs» in Oberlunkhofen wird der Baugrubenabschluss erstellt, wofür 78 Bohrungen notwendig sind.

Wo bis vor etwa einem Jahr noch der Landgasthof stand, entstehen jetzt zwei Mehrfamilienhäuser. Mit der Fertigstellung der Baugrubensicherung wird bis Ende Januar gerechnet. Danach kann mit dem Aushub und der Fundation für die beiden Gebäude begonnen werden.

Der «Kellerämterhof» in Oberlunkhofen ist verschwunden. An dessen Stelle werden zwei Mehrfamilienhäuser gebaut. Es entstehen insgesamt 32, meist kleinere Mietwohnungen mit zweieinhalb bis dreieinhalb Zimmern, wie Markus Ruch, Ruch Architekten AG, Bremgarten, auf Anfrage der AZ gegenüber erklärte.

Bei der Bauherrschaft handelt es sich um die Rumi Generalbau AG in Bremgarten, die in die Neuüberbauung des Areals Kellerämterhof rund 10 Millionen Franken (ohne Grundstück) investiert. Die Baubewilligung wurde erteilt und der Baustart ist erfolgt. Es wird mit einer Bauzeit von anderthalb Jahren gerechnet. Im Frühjahr/Sommer 2020 sollen die Wohnungen in den beiden Häusern bezugsbereit sein.

Baugrube: 78 Bohrungen

Bevor mit dem eigentlichen Aushub der Baugrube begonnen werden kann, ist das Zofinger Spezial-Tiefbauunternehmen Meier und Jäggi AG damit beschäftigt, eine Rühlwand zu erstellen. Dabei handelt es sich um den Baugrubenabschluss.

Mit einem grossen Bohrgerät werden total 78 Bohrungen zwischen 6 und 9 Meter abgeteuft. In jedes Loch wird ein Stahlträger abgesenkt, die Öffnung mit Beton verfüllt und anschliessend die Verrohrung hochgezogen. Ein Vorteil der Rühlwand liegt darin, dass keine separate Böschung benötigt wird.

Am Freitag stand das Bohrteam das letzte Mal vor Weihnachten im Einsatz. Nach der Festtagspause werden die Arbeiten am 14. Januar fortgesetzt. Mit der Fertigstellung der Baugrubensicherung wird bis Ende Januar gerechnet. Danach kann mit dem Aushub und der Fundation für die beiden Gebäude begonnen werden.

Das Ende des «Kellerämterhofs»

Einer, der die Bautätigkeit auf dem Areal des ehemaligen «Kellerämterhofs» in Oberlunkhofen mit besonderem Interesse verfolgt, ist Josef Füglistaller, der während 5 Jahren – bis im April 2016 – Präsident von Gastro Aargau war. Er blickt mit Wehmut auf die 36-jährige Wirtetätigkeit im «Kellerämterstübli» beziehungsweise in der Rôtisserie Kellerämterhof zurück.

Nachdem sich aus der eigenen Familie keine Nachfolgelösung für den renommierten Gastronomiebetrieb ergab, verpachteten Josef und Ursula Füglistaller-Heggli im Jahr 2011 ihren Landgasthof. Nach Ablauf der vereinbarten 3 Jahre wurde der Vertrag vom Pächter jedoch nicht erneuert.

So stand der Wirt aus Berufung halt wieder selber in der Küche. Aber im Juli 2016 war dann definitiv Schluss: Sepp Füglistaller schaltete den Herd aus, stellte seine Kochtöpfe beiseite und legte die Kellen endgültig weg.

Unermüdlich hatten sich Füglistallers während Jahrzehnten in ihrem weit über die Region hinaus bekannten und beliebten Lokal eingesetzt und waren stets für ihre Gäste da. Schliesslich mussten sie einsehen, dass heutzutage kaum noch jemand bereit ist, sich für die klassische Gastronomie voll und ganz einzusetzen, sich sozusagen aufzuopfern.

Deshalb kam die Idee auf, eine Überbauung mit zwei Wohnhäusern zu realisieren. Die stattliche Liegenschaft Kellerämterhof wurde 2017 abgebrochen und die Neubaupläne weiterverfolgt.

«Verlust schmerzt noch immer»

Inzwischen ist das Areal verkauft worden. Die Rumi Generalbau AG in Bremgarten ist nun für die Neuüberbauung Kellerämterhof zuständig. «Ich bin grundsätzlich froh, dass auf dem Areal etwas geschieht und kein Trümmerhaufen zurückbleibt», äusserte sich Josef Füglistaller im Gespräch mit der AZ und räumte ein: «Der Verlust des ‹Kellerämterhofs› schmerzt mich noch immer. Doch was nützt es, wenn wir keinen Nachfolger gefunden haben, der die Gaststätte mit Herzblut weitergeführt hätte?»

Mit den beiden Wohnhäusern, die anstelle der ehemaligen Rôtisserie Kellerämterhof gebaut werden, kehrt neues Leben in diesen Dorfteil ein. Das freut Josef Füglistaller. «Es entsteht etwas Schönes», sagt er.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1