Wohlen

30 Jahre Verein für Jugend und Freizeit — ein Treffpunkt für Gross und Klein

Peter Amsler, Dani Burg und Verena Schütz (von links), Gründungsmitglieder des Freizeitvereins, schwelgen in Erinnerungen.

Peter Amsler, Dani Burg und Verena Schütz (von links), Gründungsmitglieder des Freizeitvereins, schwelgen in Erinnerungen.

Der Verein für Jugend und Freizeit wird 30 Jahre alt – doch ohne den Wohler Freizeitverein, der 1975 gegründet wurde, gäbe es ihn nicht.

«Wohlen war damals ein Drogenumschlagplatz. Die Süchtigen reisten aus der Region hierher, um Stoff zu kaufen», blickt Peter Amsler zurück auf die Zeit um 1975. «Wir mussten etwas unternehmen.» Bereits hatten seine Frau Yvonne Amsler sowie Hildegard Muntwyler (die später mit ihrem Ehemann Guido den Circus Monti gründete) Bastelnachmittage für die Kinder organisiert. Doch das reichte nicht, man wollte den Kindern und Jugendlichen eine Alternative bieten.

Um die Reichweite zu erweitern, wurde im Januar 1975 der Verein für Freizeitanlagen Wohlen aus der Taufe gehoben. Nebst Peter Amsler als Präsident wurden Barbara Bischof, Ursula Imhof, Ursula Matter, Guido Muntwyler, Johannes Ludin und Peter Breitschmid in den Vorstand gewählt. Das Ansinnen stiess beim damaligen Gemeinderat auf wenig Verständnis. «Ihr könnt die Kinder zu den Bauern schicken, zum Kartoffelauflesen», hiess es, als der Verein um finanzielle Unterstützung bat. «Wir wollten erst einen Robinsonspielplatz bauen», erzählt Amsler. Weil das Geld fehlte, passte man das Programm an und bot nebst Bastelnachmittagen und Kerzenziehen ein Zopfzmorge und Familienferien an. In den Sommerferien veranstalteten die engagierten jungen Leute ein Zeltlager in Wohlen. Der Vereinsname wurde in Freizeitverein Wohlen – dem Angebot entsprechend – angepasst.

Der Verein hatte von Anfang an grossen Erfolg bei der Jugend

«Die anderen Vereine beäugten uns anfangs argwöhnisch und fürchteten, wir würden ihre Mitglieder auf unsere Seite ziehen», erinnert sich Amsler. «Eine unserer ersten Aktivitäten war ein Malnachmittag beim Haldenschulhaus. Geplant war, dass die Kinder auf Malblätter am Boden zeichnen. Es kamen aber so viele Mädchen und Jungen, dass wir den Überblick verloren und sich einige davonschlichen und die Strasse bemalten», erzählt er lachend.

Der Gemeinderat stellte dem Verein erst im alten Gemeindehaus und später im Schellhaus Räumlichkeiten zur Verfügung. Das Schellhaus etablierte sich bald zum Treffpunkt für Gross und Klein. «Es war anstrengend, aber wunderbar», blickt Verena Schütz zurück. Sie engagierte sich ebenfalls von Beginn an für die Sache. «Wir haben nicht lange überlegt, sondern gemacht und ausprobiert», erzählt sie begeistert. Dank einer breit angelegten Betriebskommission fanden sich stets Freiwillige, die mit anpackten und meist auch gleich finanzierten.

Drogen, Einbrüche und eine Demo gegen den Golfkrieg

Mit Urs und Beatrice Heller erhielt der Verein um 1980 eine wichtige Stütze. Urs Heller wurde als Freizeitleiter angestellt. Unter seiner Leitung wurden unter anderem der Treff für Stellenlose oder «Fritig im Schellhus» lanciert. Etwas später stiess Sekundarschullehrer Dani Burg zum Team. «Wir verzeichneten in einem Jahr 280 Aktivitäten im Schellhaus, das alles musste koordiniert und betreut werden», verdeutlicht er das grosse Interesse am Verein und seinen Aktivitäten. Probleme blieben nicht aus, seien es Drogen, Einbrüche oder ein Aufruf zur Demo gegen den Golfkrieg, sie alle sorgten für rote Köpfe und Leserbriefe.

Nachdem erste Bestrebungen für eine offene Jugendarbeit während Jahrzehnten im Sande verliefen, konnte 1990 zur Gründung des Vereins für Jugend und Freizeit geladen werden. Dieser diente als Trägerverein für eine drei Jahre dauernde Testphase der offenen Jugendarbeit. Zur Gründungsversammlung fanden sich 150 Wohlerinnen und Wohler ein. Dies dank Dani Burgs immensem Engagement. Er hatte unzählige Gespräche geführt, um die politischen Entscheidungsträger von der Notwendigkeit einer offenen Jugendarbeit zu überzeugen. 1993 war es so weit: Die Wohler stimmten an der Urne der offenen Jugendarbeit zu.

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