Ringen

27:8-Sieg: Freiämter brausten im ersten Halbfinal-Duell über Einsiedeln hinweg

Michael Bucher (links, unten) hatte bis 65 kg Freistil gegen Lars Neyer härter als erwartet zu kämpfen, siegte aber schliesslich mit 11:4 Wertungspunkten.

Michael Bucher (links, unten) hatte bis 65 kg Freistil gegen Lars Neyer härter als erwartet zu kämpfen, siegte aber schliesslich mit 11:4 Wertungspunkten.

Die Aargauer Ringerhochburg Freiamt feiert im ersten NLA-Halbfinal auswärts bei Einsiedeln einen klaren Erfolg mit 27:8.

Trotz Maskenpflicht sorgten in der Einsiedler Sporthalle Brüel 300 Ringerfans für Halbfinalstimmung. Das lag vorwiegend am zugelassenen Drittel aus dem Aargau. Die Gäste traten wie vom Trainer angekündigt mit einer verstärkten Mannschaft an. Als ob im Freiamt die Hungersnot ausgebrochen wäre, senkten sieben Ringer im Laufe der Woche ihr Körpergewicht, um in einer tieferen Gewichtsklasse anzutreten.

Mit dieser «getunten» Aufstellung überforderte die Ringerstaffel Freiamt Gastgeber Einsiedeln. Ab dem ersten Kampf blies den Schwyzern auf der Matte ein eisiger Wind ins Gesicht. Nils Leutert lancierte den Freiämter Sturm bis 57 kg Freistil mit einer erstaunlich abgeklärten Leistung.

Der 23 Jahre ältere Ukrainer Alexander Golin, bis anhin in der Liga überragend, brach in der Schlussphase ein und verlor 3:13. Diesen Elan setzte Aussenseiter Roman Zurfluh fort. Der Freiämter Ringerschwinger konterte Sven Neyer 6:4 aus, wobei ihm das Kampfrichtertrio gar einen Schultersieg verweigerte.

Bis zuletzt ging alles auf

Einmal in Fahrt, liess sich der Aargauer Express nicht mehr aufhalten. Nino Leutert, Magomed Aischkanow und Michael Bucher schraubten die Führung bis zur Pause auf 16:3 Mannschaftspunkte. Damit war der Halbfinal trotz Rückkampf in einer Woche in Muri so gut wie entschieden.

Nach der Pause gewährten Christian Zemp und Pascal Strebel dem geprügelten Gastgeber nichts Zählbares, womit sich das Einsiedler Debakel mit 23:3 manifestierte. Erst im achten Einzelduell sorgte der beste Schwyzer Ringer des Abends, Yves Neyer, mit einem zäh verdienten 11:7 gegen Freiamts «Kampfmaschine» Marc Weber für das erste Erfolgserlebnis des Heimteams.

Postwendend erhöhte Randy Vock mit einem sicheren Punktesieg auf 26:6. Schliesslich funktionierte auch Freiamts letzter Schachzug. Der 47-jährige Greco-Trainer Andrey Malzew widerstand dem deutschen Bundesligaringer Benedikt Rebholz und verlor nur 1:3.

"Einfach geil"

Nach der 8:27-Ohrfeige war Einsiedelns Trainer Urs Bürgler für einmal nicht zu sprechen. Gegenüber seinem Freiämter Kollegen Marcel Leutert beklagte er sich über die Kampfrichter. Bei zwei nicht zugesprochenen Schultersiegen hatte Leutert dafür nur ein Lächeln übrig.

«Einfach geil», kommentierte er den Kampfabend. «Unsere Ringer waren heiss und zeigten die erwartete Topleistung.» Ob dieser Triumph die Basis für die Finalteilnahme ist oder die zweite Coronawelle die Saison beendet, wird der Bundesrat in den nächsten Tagen entscheiden.

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