Oberrüti
200 Oberrüter zeigten mit Fackeln ihren Unmut gegen den Gemeinderat

Ein Flugblatt in alle Haushaltungen brachte rund 200 Oberrüterinnen und Oberrüter auf die Strasse: Mit Fackeln demonstrierten sie gegen ein Bauprojekt und gegen einen Entscheid des Gemeinderates.

Eddy Schambron
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Beim Schulhaus versammelten sich gegen 200 Leute, um mit Fackeln gegen das Vorgehen des Gemeinderates zu demonstrieren.

Beim Schulhaus versammelten sich gegen 200 Leute, um mit Fackeln gegen das Vorgehen des Gemeinderates zu demonstrieren.

Die Baubewilligung für einen Werkhof mit Betonwerk der Vanoli AG bringt die Oberrüter in Rage. Sie waren nach der Gemeindeversammlung vom 23. November im Glauben, dass noch nichts entschieden sei. Vier Tage später hat der Gemeinderat die Bewilligung für das umstrittene Bauwerk erteilt. «Dieser fragwürdige Entscheid des Gemeinderates hat mich dazu bewogen, mit einem Flugblatt zu einem Fackelumzug aufzurufen», sagt Thomas Furrer. Damit sollte ein Zeichen nicht nur gegen das Bauvorhaben, sondern vor allem gegen das Vorgehen des Gemeinderates gesetzt werden.

«In tiefer Trauer müssen wir Ihnen mitteilen, dass unsere langjährige Begleiterin, die Demokratie, von uns gegangen ist», steht auf dem Blatt, das in der Art einer Todesanzeige gehalten ist. Rund 200 Personen kamen, zündeten eine Fackel an und marschierten durchs Dorf.

Gegenseitig wurden die Fackeln vor dem Umzug in Brand gesteckt.
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Am Schluss gab es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer spontan gespendete Würste vom Grill.
Nach dem Umzug wurden viele der brennenden Fackeln in den übriggebliebenen Schnee gesteckt.

Gegenseitig wurden die Fackeln vor dem Umzug in Brand gesteckt.

Die Gegner des Betonwerks fürchten Immissionen durch verstärkten Schwerverkehr. An der Gemeindeversammlung beantragten einige Anwohner, die Bau- und Nutzungsordnung so zu ändern, dass dieses Werk verhindert werden könnte. Sie verlangten eine Sistierung des Gesuches. Schliesslich ist inzwischen beim Kanton eine Aufsichtsbeschwerde gegen den Gemeinderat eingereicht. Umso überraschender ist für die Gegner die Bewilligungserteilung. Der Gemeinderat stellt sich auf den Standpunkt, dass das Baugesuch nach der bestehenden, gültigen Bau- und Nutzungsordnung zu beurteilen sei.

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