Wohlen

20 Firmen statt eines riesigen Schmelzofens

Luftansicht der Photovoltaikanlage auf dem Dach der Ferrowohlen AG.

Luftansicht der Photovoltaikanlage auf dem Dach der Ferrowohlen AG.

Erst lag das Ferroareal jahrelang brach, dann versandete das Grossprojekt Ferropolis – heute ist es Sitz von Dutzenden grosser und kleiner Firmen.

Wo früher im grössten Schmelzofen des Landes Stahl hergestellt wurde, werden heute Elektronikartikel vertrieben, Gartenmöbel verkauft, Früchte gehandelt oder Spitalbetten für soziale Zwecke gelagert. Auf den über 200 000 Quadratmetern Fläche des Ferroareals sind über 20 Unternehmen und Vereine eingemietet.

Als das Stahl- und Walzwerk Ferrowohlen AG 1994 geschlossen wurde, lag das Industriegebiet viele Jahre brach. Von den 400 Mitarbeitern, die in den besten Jahren bis zu 180 000 Tonnen Stahl verarbeiteten, blieben am Schluss noch neun übrig. Diese sorgten für den Unterhalt und die Administration des grossen Areals. Weil sich die griechische Familie nicht vom Areal trennen wollte, beschäftigte sie diese Angestellten weiter.

Areal erhält neues Leben

2003 sollte dem Wohler Industriegebiet mit dem Projekt Ferropolis neues Leben eingehaucht werden. Das Projekt sah vor, dass rund 3000 Menschen auf dem Areal arbeiten und wohnen sollten. Es scheiterte jedoch an den Bedenken der Wohler Bevölkerung. Man befürchtete viel Mehrverkehr und auch soziale Probleme. Das Grossprojekt Ferropolis wurde 2007 schliesslich endgültig begraben.

«Danach war klar, dass hier ein reines Industriegebiet sein sollte», erklärt Peter Wertli, Verwaltungsrat der Ferrowohlen in verschiedenen Interviews. Man begann das Areal und die Hallen zu sanieren und zu vermieten. Mit dem IT- und Unterhaltselektronikshop Digitec gewann man einen wichtigen Mieter. Weitere namhafte Firmen folgten.

«Heute haben wir wieder so viele Angestellte auf dem Areal, wie zu den besten Zeiten, in denen Stahl produziert wurde», ist Wertli stolz. Den Industriepark Ferrowohlen bezeichnet er als grosse Erfolgsgeschichte. Auch die Gemeinde sei zufrieden mit der Entwicklung, hält er fest: «Im Gegensatz zum Stahlwerk haben wir bei der heutigen Nutzung keine Emissionen mehr wie damals.» (aw)

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