Wohlen

1700 Telefonate mit der Gemeinde wegen Corona

Kultursekretärin Claudia Nick telefonierte mit den Leuten über 75 Jahren.

Kultursekretärin Claudia Nick telefonierte mit den Leuten über 75 Jahren.

Zu Beginn der Einschränkungen aufgrund der Coronapandemie hat die Gemeinde Wohlen eine Informationsplattform für die Risikogruppen eingerichtet. Gerade die Senioren scheinen das sehr geschätzt zu haben.

Am Anfang musste es schnell gehen. Als der Bundesrat im März die Isolationsrichtlinien während der Coronapandemie festlegte, war auf einmal alles anders. Doch genau dann, in dieser schwierigen Zeit, zeigte sich, wie gross die Solidarität innerhalb der verschiedenen Gemeinden war. In Wohlen hat der Gemeinderat zusammen mit dem Verein für Jugend und Freizeit eine Plattform für Information und Koordination aufgeschaltet. Dort konnte man sich einerseits informieren, andererseits riefen einige Mitarbeiterinnen der Gemeinde proaktiv die Senioren über 75 Jahre an, die nicht in Seniorenzentren lebten. Sie fragten an, ob die Senioren Hilfe oder Unterstützung benötigten, und wirkten auch einer Vereinsamung entgegen.

Rund 1700 persönliche Kontakte

Bei der Informationshotline und bei den proaktiven Anrufen zusammen wurden total rund 1700 Telefonate geführt. Das bedeutet 1700 persönliche Kontakte.

Nach der Lancierung der zentralen Hotline war die Nachfrage beträchtlich, wie die Gemeinde nun mitteilt. "Der Grossteil der Kontaktaufnahmen bestand aus Fragen zu vielfältigen Themen rund um den Alltag in der damals vorliegenden Situation. Gefragt war weiter die Vermittlung von Hilfe beim Einkauf, bei der Fahrt zum Arzt oder ähnlichem." Vermittelt wurden dabei priorisiert die Hilfsangebote der ansässigen Vereine wie beispielsweise der Pfadi oder der Jungwacht. "Bis anhin wurden fast 200 solcher Anfragen bearbeitet", heisst es in der Mitteilung der Gemeinde. Über die Hotline informiert wurden alle über 65-Jährigen mittels eines Flyers.

Den Hauptteil der Anrufe bewältigten jedoch Kultursekretärin Claudia Nick sowie das Team der Gemeindebibliothek. Sie riefen bei allen Menschen über 75 Jahren proaktiv an, die nicht in Seniorenzentren lebten.Insgesamt fanden so rund 1500 Telefongespräche statt. (az)

Schwierige Situationen und grosse Dankbarkeit

"Im persönlichen Kontakt stellten die Mitarbeitenden fest, dass ein grosser Teil der älteren Menschen auch in dieser ausserordentlichen Situation gut umsorgt und betreut ist", zeigt sich die Gemeindeverwaltung froh. "Für viele aber war die ausserordentliche Lage eine grosse Belastung. Für jene etwa, welche bereits zuvor mit belastenden Situationen konfrontiert waren. Viele Menschen plagten Ängste, sie wussten nicht, wie sie die Situation einzuordnen haben. Die Telefongespräche brachten oft Entlastung. Einige Menschen baten gar, regelmässig kontaktiert zu werden. Auf diese Wünsche konnte individuell eingegangen werden."

Entsprechend gross war die Dankbarkeit, welche die Mitarbeitenden bei ihrer Arbeit erfuhren. Die Gemeinde erhielt viele positive und wertschätzende Rückmeldungen.

Abnahme der Anfragen und Anpassung des Angebots

Im Zuge der Lockerungen der Massnahmen des Bundes hat sich das Leben normalisiert und der unmittelbare Hilfsbedarf abgenommen. Aufgrund des abnehmenden und sich ändernden Informations- und Hilfsbedarfs übernehmen neu die Mitarbeitenden des Informationsschalters der Gemeindeverwaltung die Triage der eingehenden Anfragen. Das Angebot soll in dieser Art vorerst fortbestehen.

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