Hägglingen

170 Stufen bis nach oben: Der Aussichtsturm auf dem Maiengrün ist saniert

Hoch hinaus heisst es ab Oktober wieder in Hägglingen.

Hoch hinaus heisst es ab Oktober wieder in Hägglingen.

Wer die Welt von oben geniessen will, kann das jetzt wieder. Der Aussichtsturm ist fertig und ab Mitte Oktober wieder offen.

Gewachsen ist er mit der Sanierung nicht, der 91 Jahre alte Aussichtsturm auf dem Hägglinger Hausberg Maiengrün. Nach wie vor ist er 36 Meter hoch. Doch statt 162 Stufen, wie vor der im Frühling in Angriff genommenen Erneuerung, sind es jetzt 170 bis zur obersten Plattform. Der Aufstieg dauert trotzdem nicht länger. Neu wurden lediglich die Übergänge der einzelnen Plattformen als Treppenstufen mitgezählt. So konnten 170 Stufen im Rahmen einer Sponsoraktion «verkauft» werden – macht 170 000 Franken statt der eingeplanten 162 000 Franken.

Rund drei Viertelmillionen Franken wurden gesammelt

Urs Bosisio, Hägglinger Gemeindeammann und Präsident des 2018 gegründeten Trägervereins Maiengrünturm, ist vom Erfolg der Sponsoraktion begeistert. Nicht nur die Aktion Treppenstufen, die – in Anlehnung an einen Hit der legendären Hägglinger Gesangsformation Geschwister Schmid – unter dem Slogan «Stägeli uf» lanciert wurde, war erfolgreich. Auch mit seinen verschiedenen weiteren Sponsor-Aktivitäten hat der Verein letztlich ins Schwarze getroffen: «Die Geldbeschaffung ist etwas harzig angelaufen, hat dann aber urplötzlich Fahrt aufgenommen und hat am Ende zum unerwartet hohen Endergebnis von rund 750 000 Franken geführt. Wir sind überwältigt, damit hätten wir nie gerechnet», hält er fest.

Dank den grosszügigen Spenderinnen und Spendern können jetzt nicht nur die umfassende Sanierung sowie die Anpassung der Umgebung berappt werden. «Wir können», sagt der Vereinspräsident, «auch einen Betrag für kommende Aufgaben zurücklegen.» Somit ist die Rechnung aufgegangen, die der Trägerverein Maiengrünturm bei seiner Gründung machte. Er hat sich damals nicht nur zum Ziel gesetzt, die Sanierung des Turms zu finanzieren, den die Vorbesitzerfamilie Geissmann den Hägglinger Ortsbürgern geschenkt hat. Er hat sich auch verpflichtet, für den Unterhalt des Freiämter Wahrzeichens zu sorgen.

Auf den Turm kommt man künftig ohne Obolus

Mittlerweile hat der Trägerverein 50 Mitglieder, die mit Jahresbeiträgen von zusammen gegen 5000 Franken die finanzielle Basis des Unternehmens «Aussichtsturm» zusätzlich festigen. Besucherinnen und Besucher können künftig gratis «Stägeli uf», vor der Sanierung mussten sie vor dem Drehkreuz einen Einfränkler in die Kasse stecken. «Wir haben diskutiert, ob wir auch künftig einen Obolus verlangen sollen. Nicht zuletzt wegen der erfolgreichen Sammelaktion sind wir von dieser Idee abgekommen. Die gezeigte Grosszügigkeit soll sich für unsere Bevölkerung lohnen», sagt Urs Bosisio.

Trotz Corona-Lockdown, der auch die Turm-Sanierer unmittelbar nach dem Baustart überrascht und vor zusätzliche Probleme gestellt hat, kann das Bauwerk in rund einem Monat wieder seiner Bestimmung übergeben werden. Auf eine grosse Einweihung wird wegen der anhaltenden Pandemie vorderhand verzichtet, es gibt für die Sponsoren aber Ende Oktober einen Eröffnungsapéro. «Das Fest», verspricht Urs Bosisio, «werden wir im Laufe des nächsten Jahres sicher nachholen.»

Leicht schief, aber nicht ganz so wie in Pisa

Der Hägglinger Aussichtsturm ist, wie der die Sanierung begleitende Vizeammann Franz Schaad zu berichten weiss, leicht schief: «Die Neigung gegen das Dorf beträgt rund 10 Prozent, das macht an der Turmspitze etwa 35 Zentimeter aus.» Ein Problem sind die Fundamente jedoch nicht, die sich über die Jahrzehnte etwas abgesenkt haben. «Der Turm», sagt Schaad, «steht absolut sicher. Wir werden die Entwicklung in den nächsten Jahren aber dennoch mit regelmässigen Messungen im Auge behalten.»

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