Merenschwand

150'000 Freiämter Apfelringli für die Weltausstellung in Mailand

Normalerweise verarbeitet die agrofrucht-Inn AG in Merenschwand regionale Produkte. Manchmal kommen aber auch Früchte wie Limetten als Auftragsarbeit auf die Trocknungsbleche, wie Geschäftsführer Philipp Käppeli zeigt.

Normalerweise verarbeitet die agrofrucht-Inn AG in Merenschwand regionale Produkte. Manchmal kommen aber auch Früchte wie Limetten als Auftragsarbeit auf die Trocknungsbleche, wie Geschäftsführer Philipp Käppeli zeigt.

Rund 400 000 Säckli mit getrockneten Apfelringli werden an der Weltausstellung Expo in Mailand ihre Geniesser finden. Der grösste Teil davon wurde in Merenschwand produziert aus Äpfeln der näheren und weiteren Region.

 «Für uns war das ein Aufwand von einigen Produktionstagen», sagt Philipp Käppeli, Geschäftsführer der agrofrucht-Inn AG. Sein Unternehmen stellt hochwertige Produkte für den Lebensmittelbereich her, verarbeitet, trocknet oder gefriert Früchte und Gemüse. Abgepackt wurden die Apfelringli von den geschützten Werkstätten der Stiftungen Egnach und Mansio.

Ziemlich sicher hat schon fast jeder in der Schweiz ein Produkt konsumiert, das Früchte oder Gemüse enthält, welches in Merenschwand verarbeitet wurde. Getrocknete Apfelstücke im Birchermüesli, Dörrbohnen aus der Schweiz, tiefgekühlte Gemüse oder entsteinte Kirschen – die agrofrucht-Inn AG beliefert sämtliche grosse Lebensmittelverarbeiter in der Schweiz.

«Wir bedienen ausschliesslich den Schweizer Markt», betont der 44-jährige Firmengründer. Unter dem Gütesiegel «frugan» sieht sich das Unternehmen drei Schwerpunkten verpflichtet: natürliche, frische Produkte, Früchte und Gemüse aus der Region, nachhaltige, ressourcenschonende Verarbeitung.

Das «Inn» im Firmennamen bezieht sich auf Innovation: «Wir entwickeln laufend im Auftrag und zusammen mit den Lebensmittelverarbeitern neue Produkte.» Unter anderem werden beispielsweise Früchte getrocknet, die später als Halbfabrikate in Schokoladen oder gefrorene Produkte als Fruchtaroma etwa in Joghurts dienen.

Schnell gewachsen

Das Unternehmen besitzt starke bäuerliche Wurzeln und sogar noch den eigenen Landwirtschaftsbetrieb in Merenschwand, welcher die Grundlage für die Firma bildete. «Wir wollten nicht nur Lebensmittel produzieren, sondern auch verarbeiten und hatten Erfahrung im Trocknen von Früchten und Gemüsen», sagt Käppeli.

2008 gründete er deshalb die agrofrucht-Inn AG mit dem Ziel, Obst und Gemüse schonend und ohne Zusatz von Konservierungsstoffen zu veredeln. In Merenschwand wurden 2008 neue Produktionsräume bezogen, welche angemietet werden konnten. Nach einer intensiven Versuchsphase begann der Vertrieb der Trockenfrüchte an Kunden aus Industrie und Gastronomie.

Das Angebot wurde laufend ausgeweitet und der Betrieb nach ISO 9001 zertifiziert. 2011 wurde der Vertrieb von Dörrbohnen aus Schweizer Bohnen unter dem Markennamen «vegusti» in den Detailhandel gebracht und 2012 erfolgte die Erweiterung der Produktionsanlagen zur Verarbeitung von Steinobst, speziell Süsskirschen und Zwetschgen mittels Stössel- und Walzenentsteinung. Bereits ein Jahr später kam es zur Erweiterung und weiteren Automatisierung der Produktionsanlagen zur Verarbeitung von Steinobst (Kirschen, Zwetschgen, Aprikosen).

«Heute haben wir eine der modernsten Anlagen in Westeuropa», freut sich Käppeli. Eine Steigerung der Qualität und Effizienz erfolgte 2013 auch bei der Bohnenlinie. Im letzten Jahr wurden so Schweizer Bohnen von gegen 100 Hektaren getrocknet. Während der Früchte- und Gemüsesaison von Mai bis Oktober wird von den 40 Angestellten in zwei bis drei, im Winter in einer bis zwei Schichten gearbeitet.

Unter dem Gütesiegel «frugan» werden neben der agrofrucht-Inn AG auch noch die agrocult AG (Dienstleistungen im Non-Food-Bereich wie Schnittblumenanbau und Vertrieb oder Kürbishandel) sowie die cultivport AG (Dienstleistungen im Urproduzentenbereich wie Unterstützung im Spezialkulturenanbau) geführt.

Gleiche Sprache

Philipp Käppeli, Vater von drei Töchtern im Alter von 11, 8 und 5 Jahren, kommt aus der Landwirtschaft und ist studierter Landwirt. Diese Nähe zur Landwirtschaft sei ein grosser Vorteil. «Wir treffen uns mit den Rohstoffproduzenten auf dem Feld, verstehen ihre Sprache und Anliegen. Und umgekehrt ist das auch der Fall.» Denn für Käppeli ist klar: «Ein gutes Halb- oder Fertigfabrikat kann man nur aus einem guten Rohstoff herstellen.»

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