Wohlen
15 Monate bedingt für Raserfahrt – Vizeammann Huwiler: "Will Sache rasch hinter mich bringen"

Der Wohler Vizeammann Paul Huwiler soll für seine Fahrt mit 144 km/h in der 80er Zone mit 15 Monaten bedingt und 5000 Franken Busse bestraft werden. Er sagt gegenüber der AZ, was er vom Urteil hält.

Toni Widmer und Philipp Zimmermann
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Paul Huwiler akzeptiert die Strafe.

Paul Huwiler akzeptiert die Strafe.

Tele M1

Paul Huwiler, amtierender Wohler Vizeammann und Kandidat für das Amt des Gemeindeammanns, hat im Juni im Kelleramt zu stark aufs Gas gedrückt. Im Ausserortsbereich zwischen Oberlunkhofen und Arni hat ihn die Polizei bei einer Messung per Laserpistole mit 144 km/h erwischt. Nach Abzug der üblichen Sicherheitsmarge entsprach das einer Geschwindigkeitsübertretung von 60 km/h. Damit war der Rasertatbestand laut Strassenverkehrsgesetz erfüllt.

Huwiler musste umgehend seinen Fahrausweis abgeben. Sein Auto, das ebenfalls eingezogen wurde, hat er mittlerweile zurückerhalten. Es steht ungenützt in der Garage, der Wohler Vizeammann ist vorderhand per E-Bike unterwegs. Wie lange, steht in den Sternen. Der bisher unbescholtene Paul Huwiler muss sich jedoch darauf einstellen, dass er seinen Führerschein frühestens in einem Jahr zurückerhält.

Klar ist aber bereits, wie er für sein Verkehrsdelikt bestraft werden soll. Laut einer Meldung von Tele M1 hat die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten eine Anklage im abgekürzten Verfahren erhoben. Sie fordert 15 Monate Gefängnis bedingt und eine Busse von 5000 Franken. Fiona Strebel, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, hat diesen Sachverhalt gegenüber der AZ bestätigt. Ein abgekürztes Verfahren ist dann möglich, wenn ein Beschuldigter die beantragte Strafe akzeptiert. Das hat Huwiler getan.

«Die Sache hinter mich bringen»

«Es ist eine Tatsache, dass ich am 23. Juni massiv zu schnell gefahren bin. Ich habe schon eine Woche später, als ich an die Medien gelangt bin, erklärt, ich würde die Konsequenzen dafür tragen. Dabei bleibe ich», sagt Paul Huwiler. Er hätte nach dem Vorliegen der Anlage zwei Optionen gehabt: «Ich könnte den Rechtsweg über alle Instanzen ausreizen und versuchen, mit verschiedensten Argumenten eine mildere Strafe zu erreichen. Oder ich kann die Strafe akzeptieren. Das tue ich jetzt, weil ich die Sache möglichst rasch hinter mich bringen will.»

Darüber, ob der Strafantrag der Staatsanwaltschaft angemessen sei oder nicht, will Paul Huwiler nicht diskutieren: «Im Gesetz ist definiert, dass bei einem Raserdelikt wie in meinem Fall eine Strafe von mindestens 12 Monaten Gefängnis droht. Sie kann aber bis zu drei Jahre Gefängnis lauten. Der Antrag der Staatsanwaltschaft liegt bei 15 Monaten, also im gesetzlich festgelegten Rahmen, sagt der Wohler Vizeammann.

Gerichtsverhandlung nötig

Ob eine solche Strafe für einen bisher unbescholtenen Bürger verhältnismässig sei, darüber habe er selber nicht zu befinden: «Darüber müssen andere entscheiden. Es wird Leute geben, die diese Strafe als zu hoch erachten, und andere, die sie zu tief finden.»
Obwohl Paul Huwiler die von der Staatsanwaltschaft beantragte Strafe akzeptiert, wird er noch vor dem Bezirksgericht Bremgarten zu einer Verhandlung antreten müssen. Das Bezirksgericht kann ein Urteil fällen, das von der beantragten Strafe abweicht. Insofern sind die 15 Monate bedingt noch nicht definitiv. Wann die Verhandlung stattfindet, ist noch offen.