Bremgarten

15 hörenswerte Schmunzel-Geschichten an der Erzählnacht

Auf der Galerie der Stadtbibliothek lasen fünf Leute vor, unter ihnen Erwin Wagenhofer, der einige Müsterchen von Karl Valentin vortrug. CA

Auf der Galerie der Stadtbibliothek lasen fünf Leute vor, unter ihnen Erwin Wagenhofer, der einige Müsterchen von Karl Valentin vortrug. CA

Das Kellertheater und und die Stadtbibliothek machten bei der Schweizer Erzählnacht erneut gemeinsame Sache. Es herrschte ein reges Kommen und Gehen.

Die Schweizer Erzählnacht hat in Bremgarten zum sechsten Mal auf spannende Art Niederschlag gefunden. 15 bekanntere und weniger bekannte Bremgarterinnen und Bremgarter lasen im Reussstädtchen aus verschiedenen literarischen Werken mit heiterem Einschlag vor. Als Lokale dienten drei Räumlichkeiten rund um den Schellenhauspatz, die allesamt stimmig und dennoch sehr unterschiedlich sind: die heimelige Galerie der Stadtbibliothek zuoberst im Zeughaus-Gebäude, das Foyer des Kellertheaters oben im Schellenhaus und das gediegene Schlössli neben dem Schellenhaus. Das Schlössli stiess bei den Zuhörern der Erzählnacht auf besonderes Interesse. Im Erdgeschoss des Schlösslis, das sich in Privatbesitz befindet, gab es in gediegenem Ambiente fünf Lesungen zu hören, unter anderem aus Werken von Kishon, Morgenstern und Mark Twain.

Reges Kommen und Gehen

Der Ablauf der Erzählnacht war vielen bekannt und hat sich einmal mehr bewährt. Wie in den Jahren zuvor las jede halbe Stunde an den drei Örtlichkeiten jemand anders selbst ausgewählte Texte vor, und die Zuhörer konnten zwischen den Lokalen beliebig pendeln.

Um 20.30 Uhr herrschte in der Stadtbibliothek ein sehr reges Kommen und Gehen. Dort las Erwin Wagenhofer aus Karl Valentins Werk «Das Beste» vor. Dabei ging es um blas- und spritzfreudige Feuerwehrmänner und um Wortspielereien über die herzhafte Speise Knödel. Wortgetreu, mit österreichischem Dialekt gab Wagenhofer seine Texte zum Besten und brachte das Publikum zum Lachen.

Später im Schlössli trug der Zufiker Pfarrer Franz Xaver Amrein einige Kurztextchen aus «Ein Berner namens...» von Ueli dem Schreiber vor. Der Raum war, wie zuvor die Galerie, bis auf den letzten Platz gefüllt. Einige sassen gar auf den Treppen und Stufen, um doch etwas mitzubekommen. Die 15 Lesungen erzeugten manchen Schmunzler, getreu dem Erzählnacht-Motto «Geschichten zum Schmunzeln».

Mehrheitlich älteres Publikum

Es fiel auf, dass die Gäste eher ältere Semester waren. Trotzdem würden aber auch zahlreiche jüngere Leute zwischen 20 und 30 die Lesungen besuchen, sagte Ursula Vanal, die Bibliotheksleiterin und Mitorganisatorin des Events. Jugendliche kämen aber kaum, was nicht weiter erstaune: «Die Lesungen sind schon eher auf Erwachsene ausgerichtet». Für die Kinder gab es einen spannenden Geschichtenspaziergang. Dabei wurden die Kinder durchs Städtchen geführt, wo es an verschiedenen Örtlichkeiten Geschichten mit lokalem Bezug zu hören gab. «Auf der Holzbrücke zum Beispiel erfuhren sie etwas über Nepomuk, den Bremgarter Brückenheiligen», teilte Vanal mit.

Die Erzählnacht dauerte bis 22 Uhr, danach konnte man den Abend bei Speis und Trank in der Trotte ausklingen lassen. Der Applaus der über 100 erwachsenen Zuhörer bestätigte, dass die Bremgarter Variante der Schweizer Erzählnacht einmal mehr ein Volltreffer war.

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