Hägglingen
138 Solarzellen auf dem Dach der Feuerwehr Hägglingen

Die Solargenossenschaft hat es geschafft: Seit gestern blicken 138 Solarzellen der Sonne entgegen und liefern schon bald 33000 Kilowattstunden Ökostrom pro Jahr.

Andrea Weibel
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Hägglingen war die erste Gemeinde im Freiamt, die vor vier Jahren eine Kommission für erneuerbare Energien eingesetzt hat. Nun setzt sie ein weiteres Zeichen zugunsten des Ökostroms: Seit gestern zieren 240 Quadratmeter monokristalline Solarzellen das Dach des Werkhofs. Adrian Meyer, Präsident sowohl der Kommission als auch der Solargenossenschaft Hägglingen, welche die Solaranlage realisiert hat, ist stolz: «Seit kurzem verfügte das Dorf über sieben private Anlagen von insgesamt 33000 Kilowattstunden Leistung. Die neue Anlage verdoppelt diesen Wert.»

Doris Leuthard half mit

Die neue Solaranlage war jedoch eine Zangengeburt, so Meyer. «Wir hatten Probleme mit dem Bundesamt, das für die Handelsregister zuständig war. Obwohl der Kanton vollkommen mit unserer Genossenschaft einverstanden war, stellte sich der Bund quer.» Am Ende schrieb Meyer einen Brief ans Departement von Doris Leuthard, das für Energie und Umwelt zuständig ist. «Noch vor Weihnachten bekam ich einen Brief von Frau Leuthard, in dem sie uns Glück wünschte. Und der Handelsregistereintrag klappte plötzlich», erinnert sich Meyer. Darauf konnte das Baugesuch Anfang Dezember eingereicht werden.

Doch am letzten Tag der Frist erhielt Meyer Bescheid, dass ein Nachbar des Werkhofs eine Einwendung eingereicht hatte. «Glücklicherweise konnten wir uns direkt mit ihm einigen, sodass er die Einwendung zurückgezogen hat.»

Anlage muss schnell ans Netz

Doch nun wird die Zeit knapp: «Wir erhielten die Baubewilligung, und hätten eine Beschwerdefrist von 30 Tagen abwarten müssen.» Doch am 1. März würde die kostendeckende Einspeisevergütung des Bundes (KEV) von 36 auf 33 Rappen pro Kilowattstunde gesenkt. «Das heisst, wenn die Anlage noch vor dem 1. März abgenommen werden kann, erhalten wir in den 25 Jahren – so lange ist die Lebensdauer der Anlage – rund 25000 Franken mehr für unseren Ökostrom. Denn die KEV gilt für die gesamte Laufzeit der Anlage», erklärt Meyer.

Davon würden vor allem die 85 Genossenschafter profitieren, die für die Anlage insgesamt 160000 Franken investierten. «Ursprünglich haben wir mit höheren Kosten gerechnet. Weil Solaranlagen aber günstiger geworden sind, blieben 40000 Franken übrig», freut sich Meyer. «Diese sollen ebenfalls in Solarzellen investiert werden. Dafür sind wir bereits mit dem Altersheim und der Schule im Gespräch.»