Die Grundbuchpläne der Stadt Bremgarten sind 120-jährig und wurden mittels Vermessungen aus den 80er- und 90er-Jahren des vorletzten Jahrhunderts erstellt. Sie wurden zwar digitalisiert, erfüllen aber punkto Genauigkeit nicht mehr die heutigen Vorgaben. «Bei Bauprojekten kann das zu Problemen führen, beispielsweise bei den Grenzabständen», erklärt Projektleiter Daniel Rupp vom Ingenieurbüro Portmann und Partner.

Um das GrenzpunkteInventar aufzunehmen (Vermarkungsrevision), wurde das Gebiet in 14 Felder aufgeteilt. Für jedes nehmen sich die Fachpersonen zwei bis drei Monate Zeit – 2018 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Das Gebiet umfasst nur die Stadt Bremgarten, der Ortsteil Hermetschwil wurde bereits aktualisiert.

Durch Mithilfe Kosten senken

Die Bewohner können ihren Teil dazu beitragen, die Kosten tief zu halten. Denn die Grenzmarkierungen gehören den Grundstückbesitzern und die Kosten für die Kontrolle und Instandstellung gehen vollumfänglich zu ihren Lasten. Grenzpunkte müssen für die Vermessungsequipe gut zugänglich sein, Hindernisse wie Komposthaufen oder Holzbeigen müssen aus dem Weg geräumt werden.

Die Stellen sollen mit Pfählen, wo nicht möglich mit Kreide markiert werden. «Das Material kann man gratis beim Werkhof beziehen», so Rupp. Marco Portmann, der beauftragte Geometer, ergänzt: «Durch die Mithilfe können die Kosten gesenkt werden. Wo die Arbeit durch unser Personal erfolgt, wird sie den Grundeigentümern verrechnet.» Die Eigentümer werden durch ein Schreiben informiert.

Alles wird neu vermessen

Sobald die Grenzmarkierungen inventarisiert sind, folgen die Vermessungen fürs Grundbuch: «Trottoirs, Strassen, Bäche, alles wird neu erfasst», erklärt Rupp. Damit stehen neue Pläne und neue Flächenberechnungen zur Verfügung, die nach einer öffentlichen Auflage ins Grundbuch überführt werden. «Es kann für ein Grundstück zu einem Mehr- oder Minderwert kommen.

Es ist aber nicht so, dass wir die Grenzen neu ziehen; die Berechnungen sind genauer als früher, deshalb kann es zu Abweichungen kommen», sagt Portmann. Die Kosten für die Neuvermessung übernehmen zu 70 Prozent Bund und Kanton, der Rest wird den Grundeigentümern in Rechnung gestellt. Für beide Arbeiten – die Vermarkungsrevision und die Neuvermessung – fallen für ein Einfamilienhaus-Grundstück Kosten von etwa 100 bis 300 Franken an.

Was das Wasser sich nimmt …

Für das Waldgebiet wird lediglich eine Katastererneuerung vorgenommen. «Es wird beispielsweise überprüft, ob Waldwege korrekt verzeichnet sind. Die Daten werden aber nicht mit der gleichen Detailgenauigkeit erhoben wie für die Stadt», erklärt Portmann. Auch die Reuss wird in Zusammenarbeit mit einem Verantwortlichen der Abteilung Gewässer vom Kanton neu vermessen.

«Was sich das Wasser nimmt, gehört ihm auch –, wenn eine Grenze bis zum Ufer geht und der Fluss über die Jahre Land abträgt, dann wird das Grundstück kleiner», erläutert Rupp. Dann könnte das Gemeindegebiet von Bremgarten insgesamt etwas grösser oder kleiner werden? «Ja, aber nur marginal.»