Buttwil
103 Hochstammobstbäume vernetzen die Natur und bringen in 15 Jahren Ertrag

Auf dem Land von Bauer Matthias Köchli in Weissenbach entsteht ein grosser Obstgarten mit total 120 Hochstammobstbäumen. Gepflanzt werden sie von Bankangestellten, die einen freiwilligen Einsatz leisten.

Eddy Schambron
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Ungewohnte Arbeit: Bankfachleute pflanzen Bäume. ES

Ungewohnte Arbeit: Bankfachleute pflanzen Bäume. ES

In Weissenbach, Gemeinde Buttwil, sind Bankfachleute an einer für sie ganz ungewohnten Arbeit: Die Arbeitnehmerinnen und -nehmer bei der UBS pflanzen Hochstammobstbäume auf der Wiese von Bauer Matthias Köchli.

Normalerweise mit Zahlen beschäftigt, sind sie mit Schaufeln am Werk und machen ganz neue Erfahrungen. Die 103 Bäume, die sie pflanzen, sind Teil eines Vernetzungsprojektes. Zusammen mit den alten Bäumen wird der Obstgarten 120 Bäume umfassen.

Ökologie ist für Bauer Matthias Köchli ein zentrales Thema - nicht nur, weil er den vom Vater auf Bio umgestellten Betrieb in die Zukunft führt. «Ökologische Massnahmen muss jeder Betrieb ergreifen, will er von Beiträgen profitieren und wirtschaftlich überleben», macht er klar.

Die neu gepflanzten Obstbäume sind nicht losgelöst vom wirtschaftlichen Aspekt zu betrachten. Für Köchli wird die Ernte in ungefähr 15 Jahren zusammen mit den Beiträgen ein wichtiger Erwerbszweig seines Betriebs sein.

«Ohne die Hilfe und Unterstützung wäre ein solches Projekt wirtschaftlich nicht allein zu tragen», stellt er fest. Aber er legt auch Ast- und Steinhaufen an, pflanzt Hecken, um die Vernetzung der Natur zu fördern, weil diese ihm ebenso ein Anliegen ist wie ein gesunder Betrieb.

Angeregt für den Obstgarten wurde der Landwirt durch die Hochstamm Seetal AG, welchen unter anderem die Förderung des Hochstammobstbaus und Verbesserung der Wertschöpfung aus der Produktion zum Ziel hat.

Unterstützung fand er auch beim Naturama, welches neben der Führung des Museums aktiven Naturschutz betreibt.

«Unsere Aufgabe ist es, den Menschen die Natur näher zu bringen», unterstreicht Monika Marti, zuständig für Natur-Events. Dazu gehört auch die Organisation von Aktivitäten in der Natur selber - von Familienexkursionen über Kurse bis hin zu Arbeitseinsätzen.

«Mit den UBS haben wir eine gute Zusammenarbeit, bei dieser Pflanzaktion können wir wieder auf ihre Mitarbeiter und Zivildienstleistende zählen», freut sich Marti. Wichtig ist ihr und dem Team des Naturama, dass keine «Alibi-Übungen» durchgeführt werden.

«Mit der Pflanzung der Hochstammbäume erleben die Beteiligten die Natur hautnah, erhalten Einblick in das Berufsfeld des Bauern und leisten einen wertvollen Beitrag.»

Sie lernen auch etwas, zum Beispiel über Bäume und Baumschnitt durch Baumschulist Fritz Walti aus Dürrenäsch, der die Bäume liefert und für die Pflanzung vorbereitet. Oder in Arbeitspausen über andere Naturthemen durch Marti. «Am Schluss profitieren alle, und so soll es auch sein.»

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