Challenge League
1:0 in Winterthur: Der FC Wohlen auf der Überholspur

Was für ein Saisonstart! Nach drei Spieltagen liegt der FC Wohlen punktgleich mit Winterthur und Bellinzona an der Spitze der Rangliste. Der Freiämter Challenge-League-Club liess auch in Winterthrur nichts anbrennen und gewinnt 1:0.

Hannes Hurter
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Im Zentrum der Freude: Wohlens Stürmer Gaspar wird nach dem verwandelten Penalty von seinen Mitspielern geherzt und getätschelt.

Im Zentrum der Freude: Wohlens Stürmer Gaspar wird nach dem verwandelten Penalty von seinen Mitspielern geherzt und getätschelt.

Manuel Geisser

Was für ein Saisonstart! Nach drei Spieltagen liegt der FC Wohlen punktgleich mit Winterthur und Bellinzona an der Spitze der Rangliste. Die Freiämter zwangen den Zürcher Leader mit einer taktischen Meisterleistung in die Knie. Kein Schützenfest auf der Schützenwiese – dafür eine «herausragende Kompaktheit» (David Sesa), die den Wohlern den zweiten 1:0-Auswärtssieg in Folge einbrachte. «Die Spieler haben meine Vorgaben hervorragend umgesetzt, wir haben Winterthur das Leben sehr schwer gemacht und deshalb verdient gewonnen», sagte Sesa hinterher.

Ein Blick auf die Statistik verdeutlicht den Wert des Wohler Vollerfolgs: Es war (saisonübergreifend) die erste Winterthur-Pleite nach 11 Spielen, seit Oktober 2011 hat die Mannschaft von Boro Kuzmanovic in 27 Pflichtspielen einzig gegen den FC Aarau und im Cup unglücklich gegen Landeskrösus Basel verloren! Verblüffend: Zuletzt konnten die Zürcher fünf blitzsaubere Siege in Serie feiern, in die neue Zehnerliga starteten sie gar makellos mit dem Punktemaximum und 7:0 Toren.

«Es ist das Verdienst meiner Spieler», meinte Sesa bescheiden, «wir müssen nun mit beiden Füssen auf dem Boden bleiben.» Sein Antipode Kuzmanovic war enttäuscht: «Wir wussten, dass Wohlen ein schwerer Brocken ist. Wir wollten Druck erzeugen, was uns nicht gelungen ist.» Seine Equipe war zwar mehrheitlich im Ballbesitz, Wohlen fokussierte sich auf das Kontern und verteidigte geschickt. Noch vor dem Wechsel zwei Topchancen: Gaspars Kopfball auf eine Mihoubi-Flanke verfehlte den Führungstreffer nur um Zentimeter (34.), beim Heimteam traf Bengondo nach einem üblen Rückpass von Manca das leere Tor nicht (40.).

Wohlen blieb auch in Hälfte zwei ein zäher Gegner und gestand Winterthur kaum Chancen zu. Die besten besass Trainersohn Kristian Kuzmanovic, erst scheiterte er an Proietti (62.), danach an der Latte (91.). Dazwischen sorgte Wohlen für die Entscheidung: 20 Minuten vor Schluss und nach einem Foul von Sereinig an Bastida verlud Gaspar Winterthur-Goalie Leite aus 11 Metern (0:1/70.). Zwei Minuten später kam Wohlens Toptransfer Cristian Ianu zu seinem Debüt. Der Rumäne fügte sich problemlos ins Kollektiv ein. Seine Bilanz: drei Torschüsse und kein einziger Fehlpass. «Die Leistung der gesamten Mannschaft war sehr positiv», sagte Ianu, der sich bereits sehr wohl fühlt: «Der FC Wohlen ist wie eine kleine Familie. Das gefällt mir gut.» In Wohlen freut man sich nun auf «Tessiner Wochen»: Die nächsten drei Gegner heissen Bellinzona, Chiasso (beide daheim) und Lugano (auswärts).

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