Einen Ort, an dem sie ihre Gefühle, Gedanken und Meinungen frei ausdrücken können, das fehlt vielen Jugendlichen. «Die Erwartungen an unsere Generation steigen, egal ob von der Schule oder den Eltern», erzählt Tim Gerber, Schüler an der Kantonsschule Baden. «Ausserdem wird weniger toleriert. Ist man nachts in einer grösseren Gruppe unterwegs, kann es schnell sein, dass die Polizei auftaucht.» Deswegen wollen Tim Gerber und Jan Stäuble Jugendlichen eine Stimme geben und veranstalten im Rahmen ihrer Maturaarbeit eine Ausstellung zum Thema Jugendkultur.

Jungkünstler, aber auch bereits bekannte Artisten werden an der Ausstellung vom 20. Oktober ihre Werke präsentieren. Die Künstler behandeln mit ihren Werken persönliche Themen oder werfen einen kritischen Blick auf die Gesellschaft. So thematisiert ein Jungkünstler beispielsweise seine Depressionen, ein anderer zeigt mithilfe von Fotografien die Überbleibsel der Konsumgesellschaft.

In Einklang mit dem Haus

«Wir möchten Jugendlichen einen Rückzugsort geben», sagt Gerber. Diesen haben er und sein Kollege in einem über 100 Jahre alten Haus, das sie die «Stampf-Bude-Staffeln» kurz «Stabusta» nennen, gefunden. «Das Haus ist ein Treffpunkt, an dem wir ungestört sind und machen können, was wir wollen. Man kann uns höchstens sagen, dass wir leiser sein müssen. Besonders im Winter gibt es draussen ja nicht viele Möglichkeiten», erklärt der junge Kunstveranstalter.

In der Stampf-Bude an der Staffelstrasse 21 in Hermetschwil können sich die Jugendlichen durch die künstlerische Gestaltung der Räumlichkeiten voll ausleben. «Es besteht ein Einklang zwischen dem Haus und der Aussage der Künstler», sagt Gerber.

Mit der Veranstaltung soll ausserdem ein Andenken an das Haus geschaffen werden, denn es wird in ungefähr zwei Jahren abgerissen. Für die Schüler hat es einen grossen emotionalen Wert: Es gehörte den verstorbenen Grosseltern ihres Freundes Lukas Rupp. «Er hat viel Herzblut in das Haus gesteckt, um es in einen sicheren Ort für unsere Generation zu verwandeln.»

Gründung einer Kunstplattform

Zur Maturaarbeit gehört aber nicht nur die Ausstellung in der Stabusta. Die beiden Schüler haben zudem eine Kunstplattform, mit dem Namen «Parado» gegründet. Mit dieser wollen sie unbekannte und bekannte Künstler zusammenbringen und gemeinsame Ausstellungen gestalten. So wird dies bestimmt nicht der letzte Anlass sein, den die beiden Jugendlichen organisieren.