Noch kaum je war der Parkplatz der Aldi-Filiale an der Villmergerstrasse so gut besetzt wie am vergangenen Sonntagmorgen. Neuwagen reihte sich an Neuwagen - Parklücken gab es keine mehr. Im Gegensatz dazu gähnende Leere, wenige Meter daneben bei der Garage E. Geissmann, wo normalerweise die neusten Ford-Modelle stehen. Die wertvollen Ausstellungsmodelle waren umparkiert worden, um Platz zu machen für die noch wertvolleren getunten Wagen, die nach und nach aus der ganzen Schweiz in Wohlen eintreffen. Zum dritten Mal wird unter der Leitung von Garagenchef Marc Egolf die Veranstaltung «Ford trifft sich» durchgeführt.

Kreativer Austausch

Während alle Modelle parkiert, beschriftet und registriert werden, nutzten die Besitzer die Zeit, um ihr «Baby « nochmals auf Hochglanz zu polieren und sich so die Chancen auf den begehrten Titel zu wahren. Zwischen den unzähligen autoverrückten Männern sticht Tanja Schriber als eine der wenigen Frauen ganz besonders hervor. Mit viel Sorgfalt und Vorsicht poliert sie zuerst Felgen, dann Motorhaube und Seitenspiegel eines Ford Taunus GXLs. Ihr Wagen sei das aber leider nicht, sagt sie lachend und schüttelt energisch den Kopf. «Das Auto gehört meinem Freund dort drüben», und deutet auf ihren Partner, der gerade die Heckscheibe von seinem zweiten Auto putzt – einem Escort RS Cosworth.

Remo Duft und Tanja Schriber sind seit fast vier Jahren ein Paar und gehen regelmässig an Autotreffen. Dufts Leidenschaft für getunte Wagen teilt seine Freundin aber nur beschränkt. Trotzdem muss sie mit: «Wenn ich alleine gehen würde, dann könnte ich nur einen Wagen zeigen. Sie muss das zweite Auto fahren», erklärt der Autofanatiker und schmunzelt.

Insgesamt stehen in der Garage des jungen Schwyzers bereits fünf Autos – alles Ford-Modelle. «Mein Vater hat 30 Jahre bei Ford als Mechaniker gearbeitet. Die Faszination und die Leidenschaft für diese Automarke habe ich also sozusagen geerbt», sagt Duft. Um Preise oder Auszeichnungen gehe es ihm bei solchen Treffen aber nicht. Viel mehr stehe der kreative und offene Austausch mit anderen Teilnehmern über die verschiedenen Automodelle und Tuningmöglichkeiten im Vordergrund.

Gemeinsam Freude an Ford

Initiiert wurde das jährliche Ford-Treffen von Marc Egolf. «Unser Ziel ist ein gemütliches Zusammensein, bei dem man gemeinsam Freude an der Marke Ford haben kann», sagt der Organisator. Ein wichtiger Teil des Konzepts sei ausserdem, dass kein Meldegeld verlangt würde und wirklich alle Fahrzeuge teilnehmen können. Seit der ersten Austragung 2012 stieg der Bekanntheitsgrad des Ford-Treffens enorm und dieses Jahr waren sogar Autofans aus Deutschland und dem Fürstentum Liechtenstein zu Gast. Eindruck machen könne man bei «Ford trifft sich» gemäss Egolf aber nicht mit durchdrehenden Reifen und lautem Motorengeheul, sondern mit sauberem und kreativem Autotuning. Und so war dieses Treffen am vergangenen Samstag ein friedlicher und unterhaltsamer Anlass, bei dem sogar Polizisten gemütlich zuschauen und eine Bratwurst essen konnten.