Die Verpachtung der staatlichen Fischereireviere soll neu geregelt werden. Bisher wurden die staatlichen Fischereireviere bewertet und öffentlich ausgeschrieben. Wenn nur eine Bewerbung vorlag, so erfolgte der Zuschlag zum ausgeschriebenen Preis. Bei mehreren Bewerbungen - das kam in rund einem Drittel der Fälle vor - erfolgte eine Versteigerung. Das Fischereirevier wurde in diesen Fällen der höchstbietenden Person verpachtet.

Der Regierungsrat will künftig auf eine Versteigerung verzichten, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Gesetzesentwurf für die Vernehmlassung hervorgeht. Es ist vorgesehen, die Fischereireviere öffentlich auszuschreiben. Der Pachtzins wird nach Kriterien der Ökologie und der Fischerei festgelegt.

Fachwissen zählt

Die Zuteilung erfolgt an diejenigen Pächterinnen oder Pächter, die am besten Gewähr bieten für eine nachhaltige und ökologische Fischerei. Auch müssen sie gewillt und fähig sein, Jungfischerinnen und Jungfischer zu fördern. Das gepachtete Fischereirecht soll zudem möglichst vielen Personen übertragen werden können, wie der Regierungsrat weiter vorschlägt. Berücksichtigt wird künftig auch die Verbundenheit der Pächterinnen und Pächter mit der Region. Gute Ortskenntnisse sind wichtig, um eine effektive Fischereiaufsicht sicherzustellen.

Förderung der Artenvielfalt

Um die Artenvielfalt zu fördern oder Lebensräume aufzuwerten, soll der Regierungsrat die Ausübung der Fischerei zeitlich und örtlich einschränken oder Fangverbote erlassen können, wie es im Entwurf weiter heisst. Bauliche und technische Eingriffe sollen wie bisher bewilligungspflichtig sein.

Der Schutz der Fische, Krebse und Muscheln sowie deren Lebensräume werden durch angepasste Bestimmungen verbessert. Ein neues Gewicht erhält der Schutz einheimischer Fische und Krebse vor der unkontrollierten Ausbreitung landesfremder Arten. Der Kanton erhält neu die Möglichkeit, Massnahmen auf Kosten der Verursacher zu treffen.

Die Voraussetzungen für die Ausübung der Fischerei werden zeitgemäss festgelegt. Der bisher notwendige Besitz des Sachkundenachweises wird gesetzlich verankert, wobei für Kinder Ausnahmen vorgesehen sind. Aufgaben und Befugnisse des Kantons sowie der fischereiberechtigten Personen werden zeitgemäss formuliert.

Das im Aargau geltende Fischereigesetz ist seit 1862 in Kraft und damit das drittälteste Gesetz im Kanton Aargau. Veränderungen in Gesellschaft und Umwelt sowie neue gesetzliche Bestimmungen auf Bundesebene machen gemäss Regierungsrat eine Revision des kantonalen Gesetzes nötig. Die Vernehmlassung dauert bis 25. zum November.