Zofingen
Feuerwehrkommandant Ruch: «So viel Unheil habe ich noch nie erlebt»

Die Stadt Zofingen ist vom schweren Unwetter in der Nacht auf Mittwoch besonders stark getroffen worden. 40 Dächern wurden vom Sturm abgedeckt, der Platz des Heitere-Openairs ist schwer beschädigt. So schlimm gewittertete es noch nie.

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Schäden des Juli-Sturms 2011 im Aargau
28 Bilder
Ein Abgedecktes Haus in Zofingen
Abgedecktes Haus in Zofingen
Überall sind Reste des Daches zu finden
Die Strasse wurde von den Trümmern gesäubert
Das war einmal das Dach des Einfamilienhauses
Überreste des Daches liegen auch noch hinter dem Haus
Das Haus wurde mit Blachen notdürftig abgedeckt
Teile des Daches des Einfamilienhauses
Das Einfamilienhaus in Zofingen wurde stark beschädigt
Die Bewohner übernachteten trotz Sturm und Regen im Haus - in der Garage
Nur wenige Bäume auf dem Heiteren wurden verschont
Ein Teil des Heiteren-Chaos
Schäden auf dem Heiteren
Auf dem Heiteren wurden dutzende Bäume entwurzelt
Schaden auf dem Heiteren
Auch die reformierte Kirche Zofingen wurde in Mitleidenschaft gezogen
Der Schaden bei der reformierten Kirche Zofingen wurde mit einer Blache notdürftig abgedeckt
Die Verwüstung vor der Kirche
Vor der Kirche liegen noch die Reste der heruntergekommenen Ziegel
Der Landi in Zofingen fehlt das Dach
Freie Sicht auf den Himmel in der Landi Zofingen
Die Landi ist ohne Dach
Das Dach der Landi Zofingen wurde fast komplett weggerissen
Ein entwurzelter Baum im Industriegebiet Zofingen
Gespaltener Baum auf dem Heiteren bei Zofingen
Teile des Daches der Garage Galliker in Strengelbach
Unwetter Zofingen

Schäden des Juli-Sturms 2011 im Aargau

Keystone

Auf dem Lindengeviert - der von Linden umrahmten Wiese auf dem Zofinger Hausberg Heitern - ist «praktisch kein Baum intakt geblieben», sagt die zuständige Zofinger Stadträtin Christiane Guyer. Die Bäume wurden entweder entwurzelt oder in Stücke gerisssen. Rund 80 Prozent der Bäume seien beschädigt, auch die jüngeren der Linden. Einige seien sogar mitsamt der Wurzel ausgerissen worden. «Es ist das schlimmste Unwetter, seit den 40 Jahren, in denen ich bei der Feuerwehr Zofingen aktiv», sagt Peter Ruch, Feuerwehr-Kommandant.

Der Festivalleiter des Heitere Openairs, Christoph Bill, bezeichnete die Unglücksnachricht auf Anfrage als «Katastrophe». Das Heitere Openair lebe vom Platz und seiner lauschigen Atmosphäre. Die Bäume gehörten einfach dazu. Die Stadt will den Zustand des Heiternplatzes in den kommenden Tagen beurteilen und dann das Gespräch mit den Festival-Organisatoren suchen.

Ob das Unwetter Auswirkungen auf das Festival habe, sei noch zu früh zu beurteilen, sagten sowohl Stadträtin Guyer wie auch Festivalleiter Bill. Das Openair startet am 12. August.

40 Hausdächer beschädigt

Bei einem Haus in Mühletalstrasse wurde das Dach komplett abgedeckt. Die Bewohner haben laut Nachbarn die Nacht trotzdem im Gebäude verbracht und zwar in der Garage. Sie werden evakuiert werden, wissen aber noch nicht wohin. Das Ehepaar wollte sich nicht äussern, es sei noch zu früh. Ob das Haus überhaupt noch zu retten ist, ist zur Zeit noch völlig unklar.

Ebenfalls beschädigt wurde das Dach der Zofinger Stadtkirche. Um die Schäden in der Kirche gering zu halten, wurden die Löcher mit Blachen abgedeckt.

Auch Landi abgedeckt

Bei der Landi wurde das Dach abgerupft. Teile davon flogen bis zu 200 Meter weit. Die nebenanstehende Schule wurde von herumliegenden Teilen in Mitleidenschaft gezogen.

In der ganzen Stadt seien zahlreiche Bäume vom Unwetter «wie Zündhölzer» umgeknickt worden, sagte Guyer. Dank vereintem Einsatz von Feuerwehr, Werkhof und Zivilschutz seien die wichtigsten Strassen zu Arbeitsbeginn wieder passierbar gewesen.

Die Stadt Zofingen erhielt dabei Unterstützung von den Feuerwehren Aarau und Baden. Dass niemand verletzt wurde sei wohl Glück im Unglück und dem Umstand zu verdanken, dass das Unwetter in der Nacht kam, so Guyer.

Dach begräbt Autos

In Strengelbach bei der Garage Galliker wurde das Dach komplett weggerissen. Das 500 Quadratmeter grosse Dach begrub fünf Autos der Garage unter sich. Die Feuerwehr hat mit Plachen das Gebäude abgedeckt. Nun arbeiten Handwerker an einem Notdach. Es sollte bis Freitag Nachmittag fertig sein. Garagenbesitzer Emil Galliker ist tief betrübt, den Schaden kann er noch nicht beziffern. (ahu/rsn/sda)

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