Auf dem Lindengeviert - der von Linden umrahmten Wiese auf dem Zofinger Hausberg Heitern - ist «praktisch kein Baum intakt geblieben», sagt die zuständige Zofinger Stadträtin Christiane Guyer. Die Bäume wurden entweder entwurzelt oder in Stücke gerisssen. Rund 80 Prozent der Bäume seien beschädigt, auch die jüngeren der Linden. Einige seien sogar mitsamt der Wurzel ausgerissen worden. «Es ist das schlimmste Unwetter, seit den 40 Jahren, in denen ich bei der Feuerwehr Zofingen aktiv», sagt Peter Ruch, Feuerwehr-Kommandant.

Unwetter deckt in Zofingen Haus ab

Unwetter deckt in Zofingen Haus ab

Der Festivalleiter des Heitere Openairs, Christoph Bill, bezeichnete die Unglücksnachricht auf Anfrage als «Katastrophe». Das Heitere Openair lebe vom Platz und seiner lauschigen Atmosphäre. Die Bäume gehörten einfach dazu. Die Stadt will den Zustand des Heiternplatzes in den kommenden Tagen beurteilen und dann das Gespräch mit den Festival-Organisatoren suchen.

Ob das Unwetter Auswirkungen auf das Festival habe, sei noch zu früh zu beurteilen, sagten sowohl Stadträtin Guyer wie auch Festivalleiter Bill. Das Openair startet am 12. August.

40 Hausdächer beschädigt

Bei einem Haus in Mühletalstrasse wurde das Dach komplett abgedeckt. Die Bewohner haben laut Nachbarn die Nacht trotzdem im Gebäude verbracht und zwar in der Garage. Sie werden evakuiert werden, wissen aber noch nicht wohin. Das Ehepaar wollte sich nicht äussern, es sei noch zu früh. Ob das Haus überhaupt noch zu retten ist, ist zur Zeit noch völlig unklar.

Ebenfalls beschädigt wurde das Dach der Zofinger Stadtkirche. Um die Schäden in der Kirche gering zu halten, wurden die Löcher mit Blachen abgedeckt.

Auch Landi abgedeckt

Bei der Landi wurde das Dach abgerupft. Teile davon flogen bis zu 200 Meter weit. Die nebenanstehende Schule wurde von herumliegenden Teilen in Mitleidenschaft gezogen.

In der ganzen Stadt seien zahlreiche Bäume vom Unwetter «wie Zündhölzer» umgeknickt worden, sagte Guyer. Dank vereintem Einsatz von Feuerwehr, Werkhof und Zivilschutz seien die wichtigsten Strassen zu Arbeitsbeginn wieder passierbar gewesen.

Die Stadt Zofingen erhielt dabei Unterstützung von den Feuerwehren Aarau und Baden. Dass niemand verletzt wurde sei wohl Glück im Unglück und dem Umstand zu verdanken, dass das Unwetter in der Nacht kam, so Guyer.

Dach begräbt Autos

In Strengelbach bei der Garage Galliker wurde das Dach komplett weggerissen. Das 500 Quadratmeter grosse Dach begrub fünf Autos der Garage unter sich. Die Feuerwehr hat mit Plachen das Gebäude abgedeckt. Nun arbeiten Handwerker an einem Notdach. Es sollte bis Freitag Nachmittag fertig sein. Garagenbesitzer Emil Galliker ist tief betrübt, den Schaden kann er noch nicht beziffern. (ahu/rsn/sda)