Feuerwehr
Brände wegen Akkus von E-Bikes und Elektro-Scootern: Falsches Laden kann massive Schäden verursachen

Seit Anfang Jahr ist es im Aargau zu mehreren Bränden durch Akkuladegeräte für E-Scooter und E-Bikes gekommen. Bei einem Feuer in Oberentfelden führte ein falscher Akku zu einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft.

Zara Zatti
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Ein falscher Akku führte im Februar in Oberentfelden zu einem Kellerbrand.

Ein falscher Akku führte im Februar in Oberentfelden zu einem Kellerbrand.

Kapo AG

Seit Anfang Jahr musste die Feuerwehr im Kanton Aargau mehrmals ausrücken, weil ein Lithium-Akku Feuer fing. Die Akkus werden unter anderem bei Elektrofahrzeugen wie E-Bikes oder Scootern verwendet. In Oftringen brannte es Ende März etwa in einem Einfamilienhaus, weil der Akku eines Modellautos während des Ladens explodierte. Obwohl der Brand damals schnell gelöscht werden konnte, entstand ein grosser Sachschaden, und das Haus war vorübergehend sogar unbewohnbar.

Wie die Kantonspolizei Aargau auf Anfrage mitteilt, wird vermutet, dass die Sicherheitshinweise für das Laden von Lithium-Akkus in Oftringen nicht beachtet wurden. Die Abklärungen zu diesem Brand laufen noch.

Ein nicht passender Akku fing Feuer

Einen Monat zuvor brannte es in einem Mehrfamilienhaus in Oberentfelden. Das Feuer entstand, weil der Akku während des Ladens eines E-Scooters in Brand geriet. Der Brand im Keller konnte von der Feuerwehr zwar schnell gelöscht werden, es entstand dennoch ein Sachschaden. Die Kantonspolizei Aargau konnte die Brandursache mittlerweile klären. Der Eigentümer des E-Scooters hatte einen anderen Akku eingebaut und ein nicht vorgesehenes Ladegerät benutzt. Die Polizei zeigte den Betroffenen deshalb bei der Staatsanwaltschaft an.

Auch in Spreitenbach steht der Akku eines E-Scooters in Verdacht Anfang April ein Feuer in einer Wohnung ausgelöst zu haben. In diesem Fall mussten sogar drei Personen mit Verdacht auf eine Rauchvergiftung ins Spital gebracht werden. Die Ermittlungen zum Brandfall laufen noch.

Lithium-Brände sind nur schwer zu löschen

Dass sich Lithium-Akkus entzünden, ist relativ selten. Die drei Fälle zeigen allerdings, dass im Umgang damit eine gewisse Vorsicht geboten ist. Die Kantonspolizei Aargau mahnt deshalb, sich stets an die Bedienungsanleitung und die Originalgeräte zu halten. Ausserdem soll auf einer feuerfesten Unterlage geladen und der Akku im Auge behalten werden.

Brennt ein Lithium Akku einmal, ist er nur schwer wieder zu löschen.

Tele M1

Denn brennt ein Lithium Akku einmal, ist er nur schwer wieder zu löschen. Der Feuerwehrinstruktor Kurt Bopp vom Schweizerischen Feuerwehrverband SFV erklärte es gegenüber Tele M1 so: «Lithium bindet sehr viel Sauerstoff in sich selber, das kann beim Löschen Probleme verursachen.»

Sollte es dennoch einmal zu einem Akkubrand kommen, raten Experten sofort die Feuerwehr zu rufen. Danach könne der Akku mit Hilfe von Sand oder eines Handfeuerlöschers gelöscht werden. Wasser sollte keines verwendet werden, weil dieses durch eine chemische Reaktion eine Explosion herbeiführen kann.

Was soll mit den ausgedienten Akkus passieren?

Elektrofahrzeuge werden immer beliebter. Insgesamt gibt es über eine halbe Million E-Bikes auf den Schweizer Strassen. Das wirft auch die Frage auf, was mit den alten Akkus der elektrischen Velos geschehen soll. In einer Interpellation fordern Aargauer Mitte-Politikerinnen nun Antworten vom Regierungsrat. Sie verlangen unter anderem, dass umweltgerechtes Recycling der Lithium-Ionen-Akkus vorangetrieben wird.

Bisher könnten zwar gewisse Rohstoffe wie Aluminium aus gebrauchten Batterien gewonnen werden. Für die wertvollen Rohstoffe wie Lithium, Mangan und Grafit gäbe es allerdings noch keine rentablen Lösungen zum Recycling. Mit ihrem Vorstoss fordern die Grossräte die Regierung auf, sich über den Umgang mit Lithium-Akkus Gedanken zu machen. So wollen sie etwa wissen, ob sich der Regierungsrat vorstellen können, dem Hightech-Aargau einen Auftrag zu erteilen, um Lösungen für das Recycling der Akkus zu entwickeln.