US-Wahlen im Aargau
Exil-Amerikanerin im Aargau erleichtert über Obamas Wiederwahl

Im Kanton Aargau leben aktuell 478 US-Amerikanerinnen und -Amerikaner. Die meisten dürften die US-Wahlschlacht zwischen Barack Obama und Mitt Romney in der Nacht auf Mittwoch mitverfolgt haben. So auch Vernessa Foelix aus Aarau.

Adrian Hunziker
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Vernessa Foelix hat für Barak Obama gewählt und ist nun überglücklich, dass er Präsident der Vereingten Staaten von Amerika bleiben kann

Vernessa Foelix hat für Barak Obama gewählt und ist nun überglücklich, dass er Präsident der Vereingten Staaten von Amerika bleiben kann

Chris Iseli

«Vor der Entscheidung war ich sehr nervös und machte mir Sorgen. Mit der Zeit wurde ich immer unsicherer», sagt die Amerikanerin, die aus Raleigh, North Carolina, stammt. Doch sie blieb nicht die ganze Wahlnacht auf, denn sie musste am nächsten Morgen unterrichten. «So gegen Mitternacht ging ich ins Bett. Und obwohl ich sehr unsicher war, konnte ich schlafen», sagt die 60-Jährige.

Als sie morgens um 7 Uhr aufstand und den Fernseher einschaltete, spürte sie eine riesige Erleichterung: «Ich habe einen Riesenseufzer ausgestossen und machte mich auf in die Schule.» Ihre Schüler, die sie in Malen unterrichtet, waren überglücklich, Foelix zu sehen. «Für sie war es eine doppelte Erleichterung, mich wiederzusehen», sagt Foelix. Denn sie war kurz vor dem Wirbelsturm «Sandy» in Amerika und kehrte während des Hurrikans zurück. «Die Klasse hiess mich mit Applaus willkommen», so die Lehrerin.

Foelix war in Raleigh, um ihre Familie zu besuchen. «Gleichzeitig ging ich aber auch wählen», erklärt sie. Sie sei in die Staatsuniversität ihrer Heimatstadt gegangen, um ihre Stimme abzugeben. «Es waren sehr viele Helfer da, die ich kannte. So musste ich glücklicherweise nicht anstehen, um zu wählen.» Doch sie sei dabei eine Ausnahme gewesen.

Um Obamas Sieg zu feiern, ging Foelix mit ihrem Ehemann Rainer am Mittag nach den Wahlen feiern. «Wir unterhielten uns prächtig bei einem guten Schluck Wein», sagt Foelix. Der Champagner folgte dann am Abend in ihrer Englischklasse. Dort waren die Wahlen in den letzten Wochen natürlich ein stetiges Thema gewesen.

Auf Romney angesprochen, verzieht Foelix das Gesicht: «Er lieferte einen harten Kampf.» Darum sei sie auch nervös gewesen. Er habe ja viel Unterstützung erhalten. «Doch Romney ist nicht der Staatsmann, den die USA brauchen.» Foelix ist glücklich, dass Obama nun nochmals Zeit bekommt, um die USA auf den richtigen Weg zu bringen. «Er muss sich wieder auf unser Wohl konzentrieren. Dazu gehören die Gesundheitspflege, die Verbesserung der Ausbildung und die Suche nach alternativen Energiequellen.»

Foelix kennt einige Amerikanerinnen und Amerikaner, die im Aargau zu Hause sind. Doch keine und keiner davon sind Romney-Wähler. «Ich verstehe es, wenn sich Romney-Wähler hier nicht outen wollen. Es ist ein heikles Thema», sagt sie. So ist sie auch nicht überrascht, als der Journalist erwähnt, es habe kein Romney-Fan in der Zeitung erscheinen wollen: «Ich respektiere das, wenn jemand die Privatsphäre wertschätzt.»