Aarburg

Ex-Leiterin klagt Schulpflege an

Düstere Wolken über der Schule in Aarburg ziehen auf. Die Schulpflege schweigt zu den Vorwürfen.

Düstere Wolken über der Schule in Aarburg ziehen auf. Die Schulpflege schweigt zu den Vorwürfen.

Die entlassene Oberstufenleiterin zieht ihre Freistellung vor die Schlichtungsstelle. Nachdem eine Evaluatin ergeben hatte, dass die Schule Aarburg die fünft schlechteste im Kanton Aargau ist, geht es im Ort drunter und drüber.

Trotz aktueller Bemühungen und Verbesserungen im Lehrbetrieb: Die Schule Aarburg erholt sich nur langsam, seit sie bei der Externen Schulevaluation im Frühling unter den schlechtesten fünf im Kanton landete. Die «rote Ampel» galt primär der Schulführung und dem Arbeitsklima. Der Aderlass folgte. Lehrer kündigten. Schulpflegemitglieder demissionierten.

Nach dem Abgang des Schulleiters folgte in den Sommerferien der vorerst letzte Eklat: die Kündigung und sofortige Freistellung der beiden Stufenleiterinnen von Primarschule und Oberstufe/Kindergarten.

Letztere hat gegen die für Anstellungen und Entlassungen zuständige Schulpflege nun ein Verfahren erzwungen. Die Ex-Stufenleiterin Oberstufe/ Kindergarten zieht die Gemeinde vor die aargauische Schlichtungskommission für Personalfragen. Grund ist die aus Sicht der Klägerin rechtswidrige Kündigung und der daraus resultierende persönliche und finanzielle Schaden. Mehrere gut unterrichtete, voneinander unabhängige Quellen bestätigen, dass es dabei um Geld geht. Sprich: einen Vergleich oder eine Entschädigung.

Zudem hat die ehemalige Chefin beim Presserat Beschwerde gegen die medialen Berichterstattungen eingereicht. Das Schreiben, das dieser Zeitung vorliegt, belegt, dass es ihr primär um Rufschädigung geht. Ob der Zwist zwischen ihr und der Schulpflege auch noch vors Verwaltungsgericht gelangt, ist offen. Möglich ist, dass weitere Verfahren auf die Gemeinde zukommen.

Schulpflege schweigt

Offiziell kommentieren will das Ganze niemand – weder Schulleitung noch Gemeinderat oder Schulpflege. Rita Annaheim, Präsidentin der Schulpflege, schmettert Fragen und die Gelegenheit zur Stellungnahme mit der Aussage «kein Kommentar» ab. Noch im Sommer schrieb die Schulpflege zur Kündigung der beiden Stufenleiterinnen im Elternbrief: «Die Objektivität war schon längst verloren gegangen; gegenseitiges Verständnis und Perspektivenwechsel schienen nicht mehr möglich.»

Fredy Nater, neu gewählter Gemeinderat und zuständig für den Bereich Schule/Bildung, weist auf das laufende Verfahren hin. Aktuell seien keine Auskünfte möglich. «Der Gemeinderat als subsidiäre Behörde in Sachen Schule wird das Ende des Verfahrens abwarten und dann die Kommunikation, die dazu dienlich ist, prüfen.» Wichtiger ist Gemeinderat Nater eine andere Feststellung: «Mein persönlicher Eindruck ist, dass sich die Stimmung an der Schule verbessert hat.»

Das bestätigt Ad-interim-Gesamtschulleiter Fredy Eiholzer. «Die Stimmung im operativen Bereich ist eindeutig besser. Es geht vorwärts.» Neue Arbeitsgruppen, in denen auch Behördenmitglieder sitzen, beschäftigen sich mit dem Planen des neuen Schulleitungsmodells, das auf das nächste Schuljahr eingeführt werden soll.

Temporäre Lösung gefunden

Bereits im Dezember möchte sich die Schule auf die Suche nach neuen Kaderleuten machen. Für die Zeit bis Ende Schuljahr wurde eine temporäre Lösung gefunden, die sich gemäss Fredy Eiholzer – der als «Krisenmanager» die Leitung übernahm – bewährt. Für alle Stufen und die drei Primarschulstandorte wurden aus dem Lehrerkollegium Ansprechpersonen definiert. «Wir haben sehr gute Leute für diese Arbeit gefunden», sagt Eiholzer. «Ich bin dankbar und sehr froh.»

Illusionen macht sich der Schulleiter dennoch keine. Über Jahre entstandene Konflikte liessen sich nicht innert weniger Monate lösen. «Verletzungen heilen langsam.» Deshalb sei die Vergangenheitsbewältigung nach wie vor ein Thema, dessen man sich gewissenhaft, unterstützt durch einen externen Berater, annehme. Den operativen Lernbetrieb beeinträchtige dies gemäss Eiholzer allerdings nicht.

Im Rahmen der Gmeind vom 25. November wollen die Schulverantwortlichen über den Stand der Schulneuausrichtung und weitere Aktualitäten informieren. Die ehemalige Stufenleiterin Kindergarten/Oberstufe will erst nach Abschluss des Verfahrens Stellung nehmen, wie sie diese Woche auf Nachfrage erklärte. Klar ist: Für sie ist die Sache noch lange nicht gegessen.

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