Aargau
Es bleibt bei Herr und Frau Gemeindeammann

Das Resultat ist knapp. Mit nur 63:58 Stimmen verzichtet der Grosse Rat auf die neue Funktionsbezeichnung für das Oberhaupt einer Gemeinde. Die SP, Grüne und GLP regten die Neubezeichnung aus Gleichstellungsgründen an.

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Der Grosse Rat lehnt es ab, eine Frau Gemeindeammann künftig Gemeindepräsidentin zu nennen.

Der Grosse Rat lehnt es ab, eine Frau Gemeindeammann künftig Gemeindepräsidentin zu nennen.

Aargauer Zeitung

Der Aargauische Grosse Rat hat heute kurz vor Mittag das zweite Massnahmenpaket zu einer Gemeindereform verabschiedet. Die schwierigste und erneut emotional diskutierte Frage blieb auch in der zweiten und entscheidenden Lesung diejenige nach der künftigen Funktionsbezeichnung des Gemeindeammanns.

Soll eine Frau Gemeindeammann künftig aus Gleichstellungsgründen eine Gemeindepräsidentin sein? Die SVP wehrte sich aus historischen Gründen gegen diese Neubezeichnung («Gleichmacherei»). Die FDP zeigte sich offen in dieser Frage, auch die EVP signalisierte, der SVP in dieser Frage entgegenzukommen. Derweil stimmten SP, Grüne und GLP für die Neubezeichnung.

Der Rat verzichtete auf Antrag der SVP mit 63 : 58 Stimmen knapp auf die Umbenennung. Viele stimmten offenkundig so, um eine heftige Abstimmungsdebatte zu verhindern und der Reform definitiv zum Durchbruch zu verhelfen. Die Reform bringt unter anderem eine Demokratisierung der Gemeindeverbände. Faktisch kann übrigens, wer will, sich heute schon als Gemeindepräsident oder -präsidentin bezeichnen. Einige im Aargau tun dies auch schon. (MKU)