Insekten

Erstmals asiatische Tigermücke im Aargau gesichtet

Asiatische Tigermücken können für den Menschen gefährliche Krankheiten übertragen. Nun wurde ein Exemplar erstmals nördlich der Alpen beobachtet. Das Insekt wird in der Schweiz schon seit längerem bekämpft.

Eine Mitarbeiterin habe eine Tigermücke nahe Brugg in Holderbank entdeckt, sagte Norbert Kräuchi, Leiter der Abteilung Landschaft und Gewässer beim Kanton Aargau, auf Anfrage. Er bestätigte damit einen Bericht der «NZZ am Sonntag».

Die Spezialistin für Spinnen und Insekten habe bei einem Naturschutzprojekt mitgearbeitet. Die Bestimmung des Insektes durch die Biologin war gemäss Kräuchi verlässlich. Man wisse jedoch nicht, ob die Mücke Trägerin einer viralen Infektionskrankheit gewesen sei.

«Kein Grund für Alarmismus»

«Es besteht absolut kein Grund für Alarmismus», hielt Kräuchi fest. Man kläre nun ab, wo im Aargau die potenziellen Gebiete seien, in denen sich die Mücke langfristig verbreiten könne. Bereits im November 2007 hatten der Kanton Aargau und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitgeteilt, im Mittelland seien erstmals nördlich der Alpen zwei Exemplare der asiatischen Tigermücke entdeckt worden. Doch stellte sich diese Information nachträglich als falsch heraus.

Trägerin von Krankheiten

Die Tigermücke kann als Überträgerin von viralen Infektionskrankheiten für den Menschen gefährlich werden. Das Insekt kann die Erreger von gefährlichen Krankheiten wie dem Dengue- und dem Chikungunya-Fieber in sich tragen und diese beim Stich auf den Menschen übertragen.

Das ursprünglich aus Asien stammende Insekt war in der Schweiz erstmals 2003 im Tessin entdeckt worden. Die Tigermücke gelangt zum Beispiel mit exotischen Pflanzen, im Passagierraum von Autos oder durch den Handel mit gebrauchten Autoreifen ins Land. Auch Touristen können die Tigermücke im Koffer einschleppen.

Ein Konzept, um dem Insekt Herr zu werden

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) erstellte im Juni zusammen mit dem BAG und der Arbeitsgruppe Mücke des Kantons Tessin ein Konzept, mit dessen Hilfe die Kantone dem Insekt Herr werden sollen.

Massnahmen sind zum Beispiel die Reduktion der Mückenpopulationen durch die Zerstörung von Brutplätzen oder das Eliminieren der Larven und adulten Tiere. Dabei muss auch darauf geachtet werden, dass die Tiere nicht gegen Insektizide resistent werden. (sda)

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