Erste Barriere nach Knatsch in Betrieb

Der Barrieren-Streit am Mutschellen bewegte jahrelang die Gemüter. Seit kurzem ist die Schranke nun installiert.

Marc Ribolla
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So sieht die neue Bahnschranken-Anlage im Zentrum von Rudolfstetten aus.

So sieht die neue Bahnschranken-Anlage im Zentrum von Rudolfstetten aus.

Bild: zvg

Die Zufiker/Bremgarter haben ihr Exemplar schon seit eineinhalb Jahren am Bahnübergang Bibenlos. Nun sind auch die Rudolfstetter damit ausgerüstet. Kürzlich hat die Aargau Verkehr AG die Barriere beim Übergang an der Friedlisbergstrasse im Zentrum Rudolfstettens installiert. Damit geht ein weiteres Kapitel einer beinahe endlosen Saga zu Ende. Mehr als sieben Jahre sind verstrichen, seit erstmals darüber diskutiert wurde.

Der sogenannte Barrieren-Streit am Mutschellen beschäftigte die Gemüter und die juristischen Instanzen bis vors Bundesgericht. Auslöser war eine Verordnung des Bundesamts für Verkehr (BAV) im Eisenbahngesetz, die besagte, dass schweizweit bis Ende 2014 sämtliche Bahnübergänge mit Schranken gesichert sein müssen. Bei der damaligen Bremgarten-Dietikon-Bahn betraf es die beiden erwähnten Übergänge sowie die Mutschellenkreuzung, die nur mit Lichtsignalen ausgestatten waren. Weil das Verkehrsaufkommen bereits damals in den Stosszeiten zu längeren Staus führte, befürchtete man mit der Installation von Bahnschranken noch grössere Blechschlangen und längere Wartezeiten.

Verkehrssicherheit ist wichtiger als Staus

Sowohl der Kanton Aargau als auch die Bahn und die betroffenen Gemeinden wehrten sich im März 2013 mit Beschwerden beim Bundesverwaltungsgericht. Das Gericht wies diese ab und argumentierte: Es sei wichtiger, Unfälle zu verhindern, als die Leistungsfähigkeit einer Verkehrskreuzung zu erhalten. Vorschriftsgemäss lancierte deshalb im Dezember 2013 die Bahn die drei Barrieren-Projekte. Mehrmals wurden bis ins Jahr 2019 Einsprachen eingereicht und vom Bundesverwaltungs- oder Bundesgericht abgewiesen. Verdikt: Die Übergänge müssen mit Schranken versehen werden. Kanton und Mutschellen-Gemeinden gaben im vergangenen Mai endgültig auf. Zufikon seinerseits schon früher.

Rudolfstetten hatte damit gerechnet. Der Aufwand hielt sich nun in Grenzen. Ammann Josef Brem sagte 2018: «Bei der vor rund zwei Jahren abgeschlossenen Sanierung der Strasse sind vorsorglich die nötigen Vorkehrungen für die Bahnschranken getroffen worden. Leitungen sind verlegt und die Sockel betoniert. Die Strasse müsste somit nicht mehr aufgerissen werden.» Als letzte der drei Barrieren fehlt die Anlage auf dem Mutschellen. Diese dürfte laut Mitteilung der Gemeindeverwaltung im Herbst/Winter 2020 erstellt werden. Dann sind Unfälle wie im Oktober 2018, als ein Lastwagen mit der Bahn kollidierte, Geschichte.