Alstom

«Eine katastrophale Infopolitik»

Sogar der freisinnige Unternehmer Philipp Müller hat kein Verständnis für die Alstom.

Sogar der freisinnige Unternehmer Philipp Müller hat kein Verständnis für die Alstom.

Nicht nur der Unia-Sekretär und SP-Nationalrat Max Chopard ist empört über die Alstom. Dass sowohl Mitarbeitende als auch die Gewerkschaften nicht über den Stellenabbau informiert worden sind, ist auch für FDP-Nationalrat Philipp Müller ein Affront.

Bereits um 6 Uhr morgens stand Unia-Sekretär Max Chopard heute vor der Alstom in Birr und verteilte Flugblätter. «Viele Mitarbeiter wussten noch von nichts vom Stellenabbau und fielen deshalb aus allen Wolken.»

Bei einer Entlassungswelle von einem derartigen Ausmass stehe normalerweise der Chef vor seine Mitarbeiter und informiere. «Dieses vorgeschriebene Verfahren hat die Alstom einfach übergangen», enerviert sich Chopard.

Runder Tisch für Lösungen

Es könne zudem nicht angehen, dass man die Entlassung von 750 Mitarbeitenden nicht zuvor mit den Gewerkschaften bespreche. «An einem Runden Tisch könnte man Lösungen suchen, um weniger Stellen abzubauen oder andere Möglichkeiten aufzuzeigen», erklärt Chopard.

Auch Philipp Müller, FDP-Nationalrat und Aargauer Unternehmer bezeichnet die Kommunikation von Alstom als «Katastrophe». Der massive Stellenabbau werde auch für den Kanton folgen haben. «Ich befürchte Auswirkungen für die ganze Region und den Werkplatz Aargau.»

Währung ist billige Ausrede

Uneinig sind sich die beiden, weshalb es zu dieser Massenentlassung gekommen ist. Für Müller ist mit ein Grund der hohe Schweizer Franken, der die Exporte erschwert, für Chopard ist die Währung im Fall Alstom nur eine «billige Ausrede». Die Firma habe nicht vorausschauend gehandelt, sondern erst reagiert, als die Krise da war. «Das kurzfristige Denken muss endlich aufhören, was wir brauchen ist wieder richtiges Unternehmertum.»

Dieses sei bereits vorhanden, hält Müller entgegen: «Nur weil sich eine Firma unanständig benimmt, heisst es noch nicht, dass die anderen 350 000 KMU auch schlecht geführt werden.»

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