az-Leserwandern
Ein steiler Aufstieg, der Blick über den Rhein und 340 Sandwiches

Durch den Marktflecken Bad Zurzach marschiert, im geschichtsträchtigen Städtchen Klingnau verweilt und 340 Sandwiches rübistübis verschlungen. 141 Leserwanderer genossen die Aussicht bis in den Schwarzwald.

Rosmarie Mehlin
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Abstieg vom Achenberg nach Klingnau
11 Bilder
Junge Mitwanderin streichelt den Esel am Wegrand
Auch Drillinge und ihre Freundin wanderten mit nach Klingnau
So schön ist es in Klingnau!
Die Wanderung führt mitten durch den Rebberg vom Kloster Sion
Die Gemeinde Klingau verpflegt die az-Wanderer mit Bier, rotem und weissem Klingnauer und frischen Sandwiches
Gute Stimmung beim Abstieg nach Klingnau
Die az-Wanderer hören die Erklärungen von Senior Editor Rosmarie Mehlin zur Loretokapelle
Impressionen der Wanderung von Bad Zurzach nach Klingnau
Die Wanderer ruhen sich im Hof des Schlosses von Klingnau aus
Nach der Wanderung zeigte der Gemeindeammann Peter Bühlmann sein Städtchen

Abstieg vom Achenberg nach Klingnau

AZ

«Achenberg steil» steht auf einem Wegweiser im Wald oberhalb dem Flecken. Ganz so wie die Eigernordwand ist der Aufstieg von Bad Zurzach auf den Achenberg zwar längst nicht, aber eine stattliche Portion Puste und gut trainierte Beinmuskeln erleichtern die Sache sehr. Wer mit beidem nicht gar so sehr gesegnet ist, der hat gestern kurzerhand nach dem Motto „gut Ding will Weile haben" die Habitués und Hirsche nonchalant über Stock und Stein davon hüpfen lassen. Beim Aussichtspunkt mit dem treffenden Namen «Rheinblick» war dann nach einem guten halben bis einem Dreiviertel Stündchen wieder Vollversammlung und alle 141 Wandervögel - plus vier Wanderhunde - genossen die Aussicht hinüber in den Schwarzwald und hinunter ins Himmelblau der Thermalbadbecken.

Zwischenhalt auf dem Achenberg

Auf dem Weitermarsch forderte Grossratspräsident und Apotheker Theo Voegtli - mit seiner Frau Claudia just aus den Ferien im Tessin zurück - zu ein paar Übungen auf dem Vita Parcours auf, fand aber kein Gehör und verzichtete in der Folge grossmütig selber auch. Nach einem weiteren Zwischenhalt ganz oben auf dem Achenberg, 517 M.ü.M. ,mit Besichtigung der Loretokapelle und kurzem Abriss über deren Geschichte, ging's dann schon bald langsam aber stetig abwärts - zuerst durch den Wald, dann übers Feld und schliesslich durch den Rebberg vom Kloster Sion, in denen der gleichnamige wunderfeine Pinot Noir dieses Namens gedeiht.

Reine peanuts

Aber ohalätz - die Hagelzüge der letzten Wochen haben ganze Arbeit geleistet. Ausfälle von 70 Prozent schätzte Wandersmann Koni Pfister, als Kantonspolizist fast 20 Jahre Postenchef in Birr, jetzt bei der Fahndung in Brugg und privat grosser Liebhaber der Aargauer Rebensäfte. Heissa, da hatte der Koni bei der Ankunft im Schloss Klingnau aber Grund zum Strahlen, kredenzten dort die Städtliväter doch nebst Mineral, Bier und Kaffee auch weissen und roten Klingnauer. Dazu gab's feine, ganz frisch zubereitete Sandwiches. Alle 340 Stück, lecker gefüllt, wurden rübistübis verschlungen, während Gemeindeammann Peter Bühlmann als Beilage die Geschichte von Klingnau seit der Gründung durch Freiherr Ulrich von Klingen 1239 bis zum zur Einweihung des Klingnauer Bahnhöflis, pardon Bahnhofs, 2003.

Die neunjährigen Drillinge Nina, Fiona und Jonas aus Wettingen und ihre gleichaltrige Freundin Mara interessierte das weniger. Aber die Wanderung, die hat ihnen gut gefallen. Anstrengend? «Nö, im Lager in Engelberg vorletzte Woche sind wir mal acht Stunden lang gewandert.» Na ja, dagegen waren die netto rund 100 Minuten von Bad Zurzach nach Klingnau ja reine peanuts.

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