Lieni Füglistaller
«Egerszegi wäre wohl gewählt, wenn ich nicht angetreten wäre»

Der «wilde» SVP-Kandidat Lieni Füglistaller gibt sich nach den Ständeratswahlen selbstbewusst. Er werde das Resultat analysieren und erst dann entscheiden, ob er im zweiten Wahlgang erneut antreten werde.

Dino Nodari
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Lieni Füglistaller hat im ersten Wahlgang knapp 20000 Stimmen erreicht. (Archiv)

Lieni Füglistaller hat im ersten Wahlgang knapp 20000 Stimmen erreicht. (Archiv)

Solothurner Zeitung

Im az-Interview nimmt Lieni Füglistaller Stellung zur Aargauer Ständeratswahl.

Wie zufrieden sind Sie mit mit den knapp 20000 Stimmen?Lieni Füglistaller: Ich bin zufrieden. Für den materiellen Aufwand den ich betrieben habe, ist das ein sehr gutes Ergebnis. Man muss sehen, dass ich keine Mutterpartei und keine Verbände im Rücken hatte. Allerdings müssen jetzt ein paar Leute in unserer Partei über die Bücher. Parteiintern wurde herumgeboten, dass ich zwischen 3500 und 6000 Stimmen machen werde. Da müssen jetzt ein paar Wetteinsätze bezahlt werden.

Wem haben Sie mit ihrer Kandidatur mehr geschadet, Ulrich Giezendanner oder Christine Egerszegi?
Ulrich Giezendanner habe ich nicht geschadet, es gab ja zwei Linien. Aber wenn ich nicht gewesen wäre, wäre Christine Egerszegi wohl im ersten Wahlgang gewählt worden.

Welche Reaktionen haben sie bis jetzt von SVP-Mitgliedern gehabt?
Bis jetzt haben mir alle zum Resultat gratuliert.

Das ist schwer zu glauben.
Bis jetzt habe ich wirklich keine negativen Reaktionen gehabt. Ich würde es aber gerne sehen, wenn die Parteileitung jetzt das Gespräch mit mir suchen würde. Schliesslich hat mir unser Parteipräsident in einem Brief nahegelegt, ich solle meine Parteimitgliedschaft sistieren. Die SVP muss sich überlegen, wie sie die Sache mit mir auf anständige Art und Weise bereinigen kann. Die 20000 Stimmen für mich zeigen, dass es die Leute goutieren, dass ich hingestanden bin und gesagt habe, so geht es nicht.

Werden Sie jetzt im zweiten Wahlgang antreten?
Das muss ich zuerst analysieren und mit Familie und Freunde besprechen. Ich habe ja Zeit bis am Freitag. Man muss die Ausgangslage aber auch objektiv anschauen. Das gilt aber auch für die SVP.

Hängt eine weitere Kandidatur auch davon ab, wie Ulrich Giezendanner auf Sie zugeht?
Es gab ja einen Termin im Vorfeld der Ständeratswahl. Dieser Termin wurde von Ulrich Giezendanner abgesagt. Ich muss niemandem nachlaufen. Es gibt aber auch keinen Streit mit Ulrich Giezendanner.