Effinger Stiftung
Der «Hasel» hat jetzt einen Pavillon: Provisorium bietet mehr Platz, bis der Neubau erfolgt

Container als Puffer: Von Effinger Stiftung über die Betriebe in Gontenschwil, Holderbank, Lenzburg und Rupperswil.

Cynthia Mira
Merken
Drucken
Teilen
Die Klinik Hasel in Gontenschwil verfügt seit dem vierten Quartal 2020 über zusätzliche Betten in einem Pavillon.

Die Klinik Hasel in Gontenschwil verfügt seit dem vierten Quartal 2020 über zusätzliche Betten in einem Pavillon.

Urs Helbling

Die Aargauer Von Effinger Stiftung hilft Menschen mit Suchterkrankungen zurück ins Leben. Sie tut dies seit über 100 Jahren. Die verschiedenen Institutionen bieten diverse Angebote an, um Betroffene mit einem individuellen Therapieprogramm zu begleiten. So profitierten im letzten Jahr alleine in der Klinik Hasel AG in Gontenschwil 257 Menschen, die an einer Alkoholsucht oder an den Folgen eines Traumas litten, von der entsprechenden Unterstützung. Auch der Effingerhort in Holderbank, das Integrationszentrum in Rupperswil sowie das Ambulatorium und die Tagesklinik in Lenzburg gehören zur Stiftung.

Stiftungsratspräsident Effinger Stiftung Werner Berner

Stiftungsratspräsident Effinger Stiftung Werner Berner

zvg

Wie Präsident Werner Berner im Vorwort des Jahresberichts festhält, blickt die Organisation 2020 auf «Hochs und Tiefs» zurück. Auch bei ihnen erschwerte das Coronavirus die Arbeit erheblich. In Zahlen schloss die Buchhaltung aber ähnlich wie im Vorjahr ab. Die verschiedenen Einrichtungen agieren als Aktiengesellschaften selbstständig mit eigenem Verwaltungsrat und eigener Geschäftsleitung. Während das Betriebsergebnis im Integrationszentrum in Rupperswil ein Minus von 64'155 Franken ausweist, liegt jenes in der Klinik Hasel bei rund einer halben Million Franken im Plus. Der Effingerhort schloss ebenfalls mit einem Plus von rund 100'000 Franken ab. Die Stiftung finanziert sich in erster Linie durch ihre Leistungserbringungen. Berner sagt:

«Wir sind nur bedingt auf andere Stiftungen angewiesen, weil die Stiftung seit Jahren fest verankert ist und sich selbst trägt.»

Er ist seit 2006 im Stiftungsrat, seit 2008 Präsident.

Nach wenigen Wochen zurück im Arbeitsmarkt

Die höchsten Kosten liegen beim Personal. Zusammengenommen liegen diese in den drei Institutionen bei etwas über 13 Millionen Franken. Die Stiftung beschäftigt 118 Mitarbeitende im Vollzeitpensum. Hinzu kommen 63 Teilzeitarbeitende. Im Jahresbericht wird zudem die tiefe Belegung in der Reha-Abteilung im Effingerhort hervorgehoben. Der Grund liegt am Bedarf und bei der Finanzierung, wie Berner ausführt. In Strategiemeetings werde an Optimierungsmöglichkeiten gearbeitet. Die Klinik Hasel AG ist als ärztlich geleitete Klinik auf der Spitalliste und auch deshalb so gut ausgelastet, weil die Krankenkasse und der Kanton bei einem Aufenthalt die Kosten übernehmen. Zudem ist die Institution nur für kürzere Aufenthalte von bis zu drei Monaten vorgesehen. Dann sollen die Betroffenen in den Arbeitsmarkt zurückkehren können. Berner sagt:

«Der Aufenthalt dauert in der Regel wenige Wochen, sodass die Arbeitsstelle im besten Fall wieder aufgenommen werden kann.»

Im Effingerhort beispielsweise bleiben die Leute wesentlich länger. Das Durchschnittsalter liegt mit rund 60 Jahren auch wesentlich höher als jene in der Klinik Hasel mit 38 Jahren.

Provisorium bietet mehr Platz, bis der Neubau erfolgt

Die Container, die seit dem letzten Quartal 2020 bei der Klinik Hasel stehen, sind die Vorboten für den Ausbau der Einrichtung, der an diesem Ort realisiert werden soll. Die Projektausschreibung ist erfolgt, so Berner. Mit der Realisierung werde es aber noch dauern. Der Grund für den Umbau: Die bestehenden Zimmer entsprechen nicht mehr dem heute erwarteten Standard. Nicht nur grösser soll die Klinik deshalb werden, sondern auch neue Zimmer mit einem heutigen Ausbaustandard bereitstellen. Heute stehen mit den provisorischen Containern 78 Betten zur Verfügung, künftig werden es 96 sein. Im Vergleich dazu stehen in Rupperswil 19 Betten zur Verfügung. Werner Berner sagt:

«Die Benutzung der Container ist unsere Pufferlösung; sie sind für die nächsten Jahre bewilligt.»