Die 19-Jährige lächelt und freut sich. Wer nun denkt, es ist die Freude darüber, zu den schönsten zwölf Frauen der Schweiz zu gehören, der täuscht sich. Michelle Koch freut sich, weil sie gerade erfahren hat, dass sie das Diplom der medizinischen Praxisassistentin bestanden hat. «Ich war die ganze Zeit so nervös. Ich konnte nicht einmal richtig schlafen», erläutert sie.

Es wird schnell klar, dass der Aargauerin die Ausbildung wichtig ist. «Ich wurde bereits letztes Jahr darauf angesprochen, ob ich an der Miss-Schweiz-Wahl teilnehmen wolle. Doch damals sagte ich ab und wollte zuerst mein Diplom machen. Mir ist es sehr wichtig, dass ich eine Basis habe, wenn es denn mit dem Modeln nicht klappen sollte», erklärt die Büblikerin. Ihr bestandenes Diplom feierte sie am Abend zusammen mit der Familie und ihrem Freund.

Feedback von der Familie

Ihre Familie ist der Miss-Schweiz-Kandidatin sehr wichtig. Speziell die Meinung ihrer Mutter, der zwei Schwestern und des Freundes liegen Koch sehr am Herzen: «Wenn ich eine Modelkarriere einschlagen sollte, dann würde meine Familie mir jederzeit ein Feedback geben. Wenn meine Mutter oder meine Schwestern merken würden, dass ich mich zum Schlechten verändert hätte, wäre das für mich ein Grund, um mit dem Modeln aufzuhören.»

Michelle Koch aus Büblikon will Miss Schweiz werden

Michelle Koch aus Büblikon will Miss Schweiz werden

Auch ihr Freund unterstützt Koch bei ihrem Vorhaben, Miss Schweiz zu werden. Angst vor einer Trennung, wie das schon einige Missen miterleben mussten, hat die sympathische Aargauerin nicht. «Man kann das, was andern passiert ist, nicht verallgemeinern», meint sie mit einem Lächeln. Es ist auffällig, wie häufig die Aargauer Kandidatin lächelt. Man merkt ihr an, dass sie sich auf die Wahlen freut. Erst gestern sind alle Kandidatinnen für ein einwöchiges Vorbereitungscamp nach Zermatt gefahren.

Auch einem möglichen Zickenkrieg sieht die Sportfanatikerin locker entgegen: «Ich habe die anderen Frauen schon kennen gelernt, sie waren alle nett. Und wenn man sich nicht zu stark in etwas hineinsteigert, wird es sicher nicht zu Auseinandersetzungen kommen.»

«Waschechte Aargauerin»

Koch ist an den Wahlen vom 24. September in Lugano wichtig, dass sie ihren Heimkanton gebührend vertreten kann. «Ich bin in Büblikon aufgewachsen. Meine Urgrossmutter und meine Grosseltern wohnen in Oberentfelden. Und mein Vater kommt aus Baden. Ich bin also eine waschechte Aargauerin», sagt sie stolz. Ihr gefällt vor allem Baden. Dort ist sie im Ausgang anzutreffen und dort arbeitet sie auch. «Ich bin ein riesiger Baden-Fan», schwärmt sie. Allgemein findet es Koch schön, im Kanton Aargau zu wohnen – «und dies nicht nur wegen der Rüeblitorte», wie sie sagt. Für sie hat der Aargau viele Facetten und sei ein schöner Kanton, um aufzuwachsen.

Am 15. August feiert Koch ihren 20. Geburtstag. Etwas mehr als einen Monat später möchte sie erneut jubeln. «Ich freue mich vor allem auf den Moment, wenn bekannt gegeben wird, wer unter den besten drei steht – unabhängig davon, ob ich dabei bin oder nicht», sagt sie abschliessend. Sie sagt es zwar mit einem Lächeln, aber man nimmt ihr diese sympathische Aussage gerne ab.