Wild

Diese Wildschweine machen saumässig Radau

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Die Jäger und Pächter im Fricktal wollten Gewissheit, was derzeit in ihren Wäldern alles rumläuft – vor allem nachts. Kameras liefern die Fakten. Die Wildtierbestände im Fricktal sind stabil – das zeigen Aufnahmen von verschiedenen Kameras

Den Tag hindurch kann man im Wald einige Tiere beobachten. Da wären verschiedene Arten von Vögeln, Eichhörnchen, Rehen und, wenn man Glück hat, vielleicht auch mal ein Hase. Füchse sieht man zuhauf in den Siedlungen, dafür muss man nicht in den Wald. Aber was geht im Gehölz nachts so vor sich? Das fragten sich einige Jäger und Pächter im Fricktal. Die Antworten können am besten installierte Kameras liefern. «Wir wollten sehen, welche Tiere zu welcher Tagesszeit im Fricktal unterwegs sind. Spannend waren vor allem die Nachtaufnahmen», sagt Rolf Stephani, Pächter und Obmann eines Reviers im Fricktal.

Dank den aufgestellten Kameras gibt es nun viele schöne Schnappschüsse von teilweise recht scheuen Waldtieren: Von Schwarzwild (Wildschweine), Reh und Fuchs über Dachs und Hasen bis zu verschiedenen Arten von Mardern. «Wir haben Aufnahmen gemacht vom zurückgezogen lebenden Baummarder, der sich vornehmlich im Wald aufhält. Er ist geschützt, da sein Bestand eher klein ist. Der Bestand des Steinmarders ist grösser. Das ist derjenige, der bis in die Siedlungen kommt und gerne an Bremskabeln nagt», sagt Stephani lächelnd.

Die Kameras wurden an sogenannten Wechseln aufgestellt. Das sind die «Strassen» des Wildes. «Wir schauten, wo wir Spuren von Wild fanden, und stellten an verschiedenen Orten – zum Beispiel bei Schwarzwildwechseln und Rehwechseln – eine Kamera auf», erklärt der Pächter. Stephani war vor allem überrascht, dass so viele Dachse nachts unterwegs sind. Was ihn zudem erstaunte, war die Tatsache, dass die Hasenbestände sich wieder erholt haben. «Das ist natürlich sehr erfreulich. Wir haben so die Wildbestände im Fricktal wieder neu kennen gelernt», so Stephani.

Die gute Entwicklung der Wildbestände ist erstaunlich, da die Tiere doch häufig mit der intensiven Landwirtschaft kollidieren. Durch eingezäunte Felder wird die Lebensweise der Wildtiere massiv eingeschränkt. Trotzdem gibt es derzeit im Fricktal gesunde Bestände. «Wir müssen aber aufpassen, dass diese nicht zu gross werden. Eine Regulierung ist wichtig. Wenn es zu grosse Bestände gibt, besteht die Chance, dass sich die Tiere mit Krankheiten gegenseitig anstecken», warnt Stephani. Derzeit ist er aber mit den Beständen sehr zufrieden.

Auch die Aufnahmen von Keiler, Bache, Überläufer und Frischlingen haben den Jäger erfreut. Das werden die Bauern aber weniger gerne hören. Denn wenn die Wildschweine auf die Felder ge-
hen, ist nichts mehr wie vorher. «Das Schwarzwild macht aus einem Weizenfeld ein veritables Schlachtfeld», bestätigt Stephani. Er weiss, dass die Wildschweine pro Jahr Schäden von mindestens 500000 Franken anrichten. «Wegen des vergangenen milden Winters und eines guten Nahrungsangebots hat sich das Schwarzwild stark vermehrt. Vom Fricktal bis nach Zurzach gibt es gute Bestände», sagt Stephani. Die einzigen Barrieren, die die Wildschweine kennen, sind die Autobahnen. Doch die könnten bald auch überwunden werden, da es immer mehr Übergänge gibt.

Aber nicht nur Tiere wurden von den Kameras abgelichtet. «Wir haben auch Aufnahmen von Jugendlichen, die mit ihren Mofas durch den Wald brausen. Doch das ist eher selten», schmunzelt der Pächter.

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