Acht Jahre dauerte es nach der Annahme des Frauenstimmrechts 1971, bis die erste Aargauerin in den Nationalrat gewählt wurde: Es war die Sozialdemokratin Ursula Mauch (Oberlunkhofen). Ursula Mauch, von 1974 bis 1980 Aargauer SP-Grossrätin, sass von 1979 bis 1995 im Nationalrat. Sie arbeitete in diversen Kommissionen mit, unter anderem in der Energiekommission, der Bildungs- und Wissenschaftskommission sowie der Geschäftsprüfungskommission. Als erste Frau überhaupt stand sie einer Fraktion der Bundesversammlung vor: Sie war von 1987 bis 1995 Präsidentin der SP-Fraktion. Ursula Mauch war es auch, die 1985 als erste Frau für den Aargauer Regierungsrat kandidierte.

Erfolgreich war indessen erst die Regierungsratskandidatur von Stéphanie Mörikofer (FDP) aus Kaiseraugst. Sie war ab 1985 acht Jahre Grossrätin, bevor sie 1993 als erste Frau in den Aargauer Regierungsrat gewählt wurde. Während acht Jahren leitete sie zuerst das Gesundheits- und anschliessend das Finanzdepartement. Bitter jedoch der Abschied: Stéphanie Mörikofer wurde nach zwei Amtsperioden abgewählt. Danach war der Regierungsrat wieder frauenlos - bis 2009. Mit Susanne Hochuli (Reitnau) amtet seither die erste grüne Regierungsrätin im Aargau und erst das zweite weibliche Regierungsmitglied überhaupt.

Gross war der Stolz - bei Aargauerinnen und Aargauern - als 2006 mit Doris Leuthard (CVP) aus Merenschwand die erste Aargauerin Bundesrätin wurde. Und im vergangenen Jahr war die Freiämterin gar die erste Bundespräsidentin aus dem Aargau.

Auch Christine Egerszegi (FDP) aus Mellingen kann gleich zwei Aargauer Premieren verbuchen: 2006/07 war sie als Nationalratspräsidentin die höchste Schweizerin und 2007 wurde sie mit einem Spitzenresultat als erste Aargauerin in den Ständerat gewählt. Nicht die erste, dafür die jüngste Nationalrätin war Pascale Bruderer (SP) aus Nussbaumen, als sie 2002 mit 24 Jahren in den Nationalrat einzog. Und mit 32 Jahren war sie 2009/10 auch die erste Nationalratspräsidentin unter 40 Jahren.

Aktuell sind 6 der 15 Aargauer Nationalratssitze von Frauen besetzt. Und im Grossen Rat sind 38 der 140 Mitglieder Frauen.