Nationalratswahlen
Diese Aargauer wollen für die SVP in den Nationalrat

Als zweite Partei nach der SP ist die Aargauer SVP startklar für die Wahlen. Nachdem die Ständeratskandidatur von Ulrich Giezendanner schon länger feststeht, stand am Mittwochabend in Wettingen die Nomination der Nationalratskandidaten an.

Urs Moser
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Die Nationalratskandidaten der SVP Aargau

Die Nationalratskandidaten der SVP Aargau

AZ

Caspar Baader, Präsident der SVP-Bundeshausfraktion, gab den Aargauern klare Zielvorgaben mit auf den Weg: Gesamtschweizerisch will man das «historische Resultat» der letzten Wahlen noch einmal toppen und die 30-Prozent-Marke knacken.

Und bei der Aargauer Bundeshausdelegation sieht Baader eigentlich nur einen Schwachpunkt: «Die Aargauer Delegation macht eine hervorragende Arbeit, aber sie ist noch zu klein.» Und das zentrale Wahlkampfthema steht für ihn auch fest: Um die Kernfrage, ob die Schweiz der EU beitreten wolle oder nicht, gehe es bei den Wahlen, die Baader als «die wichtigste Sachabstimmung des Jahres» bezeichnete.

Deshalb wolle man weiter wachsen, denn in der Frage von Neutralität und Unabhängigkeit sei auf die Mitteparteien kein Verlass mehr.

Der Feind sitzt in der Mitte

Kantonalpräsident Thomas Lüpold doppelte hier nach. Nicht etwa die vielfach beklagte Polarisierung, welche zu Blockaden führt, sieht er als Problem. Nein, «die Wischiwaschi-Politik der Mitteparteien blockiert jede vernünftige Lösung», rief er in den Saal.

Die laufende Legislatur habe eindrücklich gezeigt, dass sich die Mitte immer weiter vom Volk entfernt, so der SVP-Präsident.

Der Streit ist begraben

Das eigentliche Haupttraktandum des Abends war eine Formsache. Die von der Findungskommission und vom Kantonalvorstand vorgelegte Kandidatenliste fand diskussionslose und einhellige Zustimmung. Mit 263 gegen Null Delegiertenstimmen wurde sie verabschiedet.

Die monatelangen Querelen in der Bremgarter Bezirkspartei, die schliesslich dazu führten, dass Nationalrat Lieni Füglistaller nicht mehr zu den Wahlen antritt und auch sein Widersacher, Grossrats-Fraktionspräsident Andreas Glarner seine Ambitionen begrub, gaben am Nominationsparteitag zu keinen Diskussionen mehr Anlass.

Kantonalpräsident Thomas Lüpold kam eingangs noch einmal darauf zu sprechen. Wenn ein Nationalrat tatsächlich nachweislich unredliche Geschäfte tätigen würde, wäre das genauso wenig zu dulden, wie wenn sich tatsächlich herausstellen würde, dass eine anonyme Verleumdungskampagne gegen ihn durch eigene Parteifreunde angezettelt worden wäre. Nun sei das Thema aber für die Partei erledigt.

Zielvorgaben erfüllt

An Beat Unternährer als Präsident der Findungskommission war es, die Kandidaten zu präsentieren. Mit Kandidaturen aus allen Bezirken ausser Rheinfelden, einer alters- und berufsmässig durchmischten Liste und drei Frauenkandidaturen habe man die Vorgaben erfüllen können.

Die Kandidaten sind (in der Reihenfolge ihrer Listenplätze): Ulrich Giezendanner (Nationalrat, Rothrist, Jahrgang 1953), Luzi Stamm (Nationalrat, Baden, 1952), Sylvia Flückiger (Nationalrätin, Schöftland, 1952), Hans Killer (Nationalrat, Untersiggental, 1948), Maximilan Reimann (bisher Ständerat, Gipf-Oberfrick, 1942), Thomas Lüpold (Parteipräsident und Grossrat, Möriken-Wildegg, 1962), Hansjörg Knecht (Grossrat, Leibstadt, 1960), Milly Stöckli (Grossrätin, Muri, 1962), Roger Fricker (Grossrat, Oberhof, 1967), Franziska Roth (Bezirksgerichtspräsidentin, Brugg, 1964), Gregor Biffiger (Grossrat, Berikon, 1961), Thomas Burgherr (Grossrat, Wiliberg, 1962), Pascal Furer (Grossrat, Staufen, 1971), Clemens Hochreuter (Grossrat, Aarau, 1980), Martin Keller (Grossrat, Nussbaumen, 1965).