Basil Rüttimann und Lukas Schweri aus Lenzburg
Die Weinbauern schicken die Schafe zum Rasenmähen in den Rebberg

Schafe im Weinberg - eine Idee von Illusionisten oder der Weg in die Zukunft: So beschreiben Basil Rüttimann und Lukas Schweri aus Lenzbrug ihre Idee, schauf als biologische Rasenmäher einzusetzen.

Barbara Vogt
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Basil Rüttimann (links) und Lukas Schweri

Basil Rüttimann (links) und Lukas Schweri

Die Rebstöcke hangen voller blauer Trauben. Bis vor kurzem weideten an diesem Hang kleine schwarze Schafe. Nicht zum Plausch, sondern weil sie den Unterwuchs klein halten sollen. Das spart den beiden 21-jährigen Landwirten und Agrarstudenten Zeit und Arbeit: Sie müssen das Gras um die Rebstöcke nicht mehr von Hand mähen. Im Herbst fällt das Lauben weg: «Unsere Schafe lauben besser als wir.» Zudem sei die Herbizidbelastung geringer.

«Viele Winzer schüttelten über unsere Idee nur den Kopf und meinten, die Schafe würden nicht nur das Gras um die Rebstöcke, sondern alle Blätter auffressen.» Was stimmt, deshalb begaben sich die beiden auf die Suche nach einer Schafrasse, die sich für die Landschaftspflege eignet. An der deutsch-polnischen Grenze wurden sie fündig und brachten einige der robusten Skuddenschafe zurück.

«Die Schafe grasten schön ab»

In den letzten zwei Jahren machten Basil Rüttimann und Lukas Schweri ihre Erfahrungen mit den Tieren. «2010 sind wir zufrieden, wir mussten nichts lauben und die Schafe grasten schön ab», blicken sie zurück. «Es liegt viel Potenzial in diesem Projekt, wir wollen es noch professioneller machen.»

Sie seien die Ersten in Europa, die diese Technik anwendeten, betonen Basil Rüttimann und Lukas Schweri. Gewinn abwerfen würde das Projekt nicht, das stehe auch nicht an erster Stelle: «Vielmehr wollen wir etwas erarbeiten, das für die Landwirtschaft ökologischer und wirtschaftlicher ist.»