Dass in diesem Jahr ein Kontingent eingerichtet werden muss, hält man bei den Schweizer Rheinsalinen für unwahrscheinlich. «Unsere Lager sind voll. Die Lage sieht sehr gut aus», freut sich Jürg Lieberherr, Direktor der Schweizer Rheinsalinen.

Defekte Dampfkompressoren

Dass man in diesem Jahr so entspannt auf den nahenden Winter schauen würde, schien noch in diesem Oktober sehr unwahrscheinlich. Damals sorgten in der Saline Riburg bei Rheinfelden die beiden Dampfkompressoren für Ärger. Die Kompressoren waren defekt und konnten deshalb ihren Betrieb nicht wie geplant wieder aufnehmen. «Einer der beiden Dampfkompressoren konnte in der Zwischenzeit glücklicherweise repariert werden», weiss Lieberherr. Der zweite Kompressor befinde sich noch immer in Reparatur und könne frühstens im nächsten Winter wieder eingesetzt werden. Genügend Salz für den Winter produziere man trotzdem. «Der funktionale Dampfkompressor läuft im Moment auf Hochtouren. Die Salzvorräte sollten für diesen Winter ausreichen», so Lieberherr. Eines habe ihn seine langjährige Erfahrung jedoch gelernt. «Man kann sich nie zu 100 Prozent sicher sein, wie sich der Winter noch entwickelt.»

123000 Tonnen Salz auf Vorrat

Trotz dem Ausfallen des einen Kompressors wird eine beträchtliche Menge Salz gelagert. «Im Moment befinden sich rund 123000 Tonnen Salz in unserem Lager», erklärt Lieberherr. Zum Vergleich: Im letzten Jahr war der Vorrat zur selben Zeit nicht einmal halb so gross. Sogar für einen Rekordwinter sei man bei den Schweizer Rheinsalinen bereit. «Ein Rekordmonat beansprucht ungefähr 89000 Tonnen Salz. Mit den vorhandenen Vorräten wären wir sogar auf eineinhalb solcher Monate vorbereitet.»

Letztes Jahr wurde «gehamstert»

Knapp wurde der Salzbestand im letzten Jahr beispielsweise in Würenlos. Anfang Dezember 2010 wollte der Werkhof Würenlos bei den Schweizer Rheinsalinen Salz bestellen und blitzte ab: Eine Bestellung sei erst im März wieder möglich. «Nur da wir mit dem Salz sehr sparsam wirtschafteten, schafften wir es durch den Winter», erzählt der Vorarbeiter des Werkhofs Würenlos, Joseph Laube. Laube glaubt, den Grund für die Salzknappheit des letzten Jahres zu kennen. «Da das Salz im vorletzten Jahr bereits knapp war, ‹hamsterten› die Leute im letzten Jahr», erklärt er. So fürchtet er sich in diesem Jahr nicht vor einer Salzknappheit. «Die meisten Leute haben sich Anfang des letzten Winters so viel Salz zugelegt, dass sie noch heute Vorräte haben», erklärt er. Deshalb schaut auch Laube mit Zuversicht in die Zukunft. Im letzten Jahr habe man eine Lektion lernen können. «Es ist nicht zwingend nötig, überall zu salzen», findet er. Viel wichtiger sei es, dass die Menschen auf die Umstände Rücksicht nähmen. «Die Verkehrsteilnehmer sollten sich der Situation anpassen und im Winter vorsichtiger sein.»