Suret
Die Rehpopulation im Suretgebiet ist von Inzucht bedroht

Der Raum für Wildtiere wird immer enger. Autobahnen und andere Strassen versperren die Wege zu Artgenossen. Inzucht droht, wie eine Studie ergab, die sich mit der Rehpopulation in der aargauischen Region Suret beschäftigt.

Peter Rombach
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Das Rehwild im Aargauer Suretgebiet leidet unter Inzucht.

Das Rehwild im Aargauer Suretgebiet leidet unter Inzucht.

Keystone

Die Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) mit Sitz in Birmensdorf schlägt Alarm. Genuntersuchungen ergaben, dass in einem relativ kleinen Revier zwischen den eingezäunten Autobahnen A1 und T5 zwischen Suhr und Rapperswil die Rehe mittlerweile zu nah verwandt sind, weil sie sich mit anderen ausserhalb ihre Zone nicht mehr paaren können. Die Gefahr der Inzucht wächst. Dies schreibt heute Freitag die Gratiszeitung 20 Minuten.

Eine Problemlösung können nur neue Wildtierkorridore bringen, doch die kosten Geld und sind nicht in ausreichender Zahl vorhanden. Nicht nur Rehe, auch Hirsche und Wildschweine sind von Inzucht bedroht. Diese Arten gelten als Fernwanderer, die in der Natur viel Platz brauchen. Da ihre Pfade vielfach unterbrochen sind, gleicht ihre Lebensraum einem Gefängnis.

Die WSL empfiehlt, neue Grünbrücken oder tunnelartige Durchlässe unter den Strassen zu bauen. Derartige Passagen würden regionale und lokale Lebensräume verbinden und zur «Durchlässigkeit der Landschaft» beitragen. Sie könnten die Überlebensfähigkeit der Tiere erhöhen. Es nütze wenig, eine Grünbrücke über die Autobahn zu bauen, wenn im Umland keine geeigneten Korridore vorhanden sind.

Im Aargau sind Wildtierkorridore schon seit Jahren ein Thema. Im Oktober 2005 verpflichtete sich der Kanton, sie in den kantonalen Richtplan aufzunehmen und Projekte unter anderem mit Geldern des Naturschutzes zu finanzieren. «Mit hoher Priorität wird nun bis 2020 die Durchgängigkeit für Tierbewegungen wieder hergestellt», betont die Abteilung Landschaft und Gewässer im Departement für Bau, Verkehr und Umwelt. Und dazu zählen neben der Region Suret auch die Gebiete Böttstein-Villigen und Möhlin-Wallbach.

Das grösste Projekt ist im Raum Suret vorgesehen, wo Autobahnen, Eisenbahn und Kantonsstrasse überquert werden müssen. Thomas Gremminger, Leiter des Fachbereichs Landschaft und Vernetzung, rechnet mit Kosten von rund 28 Millionen Franken. Böttstein-Villigen befindet sich im Status eines «generellen Projekts». Und was Möhlin-Wallbach anbelangt, muss der Kanton die Koordination sicherstellen, weil es auch hier mehrere Kostenträger für die Realisierung von Grünbrücken gibt.

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