Az-Leserwandern
«Die Leute kennen den Aargau zu wenig»

Der regenverhangene Himmel schreckte nicht ab. 130 Frauen, Männer und Kinder nutzten gestern die Gelegenheit, mit der az-Wanderung von Schwaderloch nach Laufenburg etwas mehr vom Aargau kennen zu lernen.

Susanne Hörth
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Nach der Wanderung offerierte Laufenburg einen Imbiss
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Impressionen von der Leserwanderung von Schwaderloch nach Laufenburg
Fröhlich geht es an Maisfeldern vorbei 130 Wanderer waren von Schwaderloch nach Laufenburg unterwegs
Der Laufenburger Stadtammann Rudolf Lüscher erzählt die Geschichte der Brücke über den Rhein
Andrea Lehner, Geschäftsführerin von Aargau Tourismus, gibt Radio Argovia Auskunft über den Kanton Aargau

Nach der Wanderung offerierte Laufenburg einen Imbiss

AZ

Der Kanton war nach der Begrüssung durch den stellvertretenden az-Chefredaktor Philipp Mäder auch kurz Thema von Andrea Lehner. Die Geschäftsführerin von Tourismus Aargau hob mit einer entschuldigenden Bemerkung in Richtung Philipp Mäder die neuste Ausgabe von «20 Minuten» empor. Eine darin gemachte Erhebung beschert dem Aargau das wenig erbauliche Prädikat «hässlichster Kanton» der Schweiz. Bei so manchem az-Wanderer löste das Unverständnis aus, einige Gesichter wirkten zufrieden. Warum? Das Rätsel war schnell gelöst, hatten sie doch statt hässlich, herzlich verstanden. Dass der Aargau nicht nur herzlich, sondern vor allem schön ist, bekräftigte Andrea Lehner mit Applaus-Unterstützung der az-Wanderer an diesem Morgen bei gleich zwei per Handy geführten Radio-Interviews.

«Die Leute kennen den Aargau zu wenig, deshalb diese Meinung», so Lehner. Das Kennenlernen stand auch im Vordergrund der 14. az-Wanderung von Donnerstag. «Wir lernen hier nicht nur uns bisher unbekannte Regionen, sondern auch immer wieder viele nette Leute kennen», betonte eine Frau aus Turgi Ein Mann aus dem Freiamt nickte zustimmend.

Laufenburg - die Brückenstadt

Brücken haben in Laufenburg nicht erst in jüngeren Jahren Geschichte geschrieben. Wie Stadtammann Rudolf Lüscher im Schutze der Laufenburger Hochrheinbrücke seiner Zuhörerschaft erklärte, datiert die erste Brücke aus dem Jahre 1207. Der Bau der Hochrheinbrücke zu Beginn des neuen Jahrtausends sorgte international für Schlagzeilen. In der Schweiz orientiert man sich für Messungen nach dem Mittelmeer, in Deutschland nach der Nordsee. Dessen bewusst, wurde die Differenz von 27 Zentimetern beim Bau berücksichtigt. Der von Schweizer Seite aus getätigte Brückenbau war bereits bis zur Rheinmitte hin gediehen, als festgestellt wurde, dass die 27 Zentimeter statt abgerechnet, hinzugezählt wurden. Aus Minus wurde Plus und die Differenz somit 54 Zentimeter. Der «Fehler» konnte auf der deutschen Uferseite ausgeglichen werden. Nicht ganz hürdenlos gestaltete sich aufgrund von Einsprachen auch die Sanierung des alten Rheinübergangs.

Was einst im mittelalterlichen Laufenburg wenig erwünscht war, gilt in der Gegenwart längst nicht mehr: «Heute freuen wir uns über Belagerungen», forderte Rudolf Lüscher zu Besuchen in der Zweiländerstadt auf. Diesem Aufruf wurde nach dem von der Stadt offerierten Imbiss mit der Teilnahme an einer Altstadtführung auch gleich Folge geleistet.

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