Nationalratswahlen
Die Freisinnige Partei marschiert 2011 allein

Nationalratswahlen Vor drei Jahren ging die FDP mit der SVP eine Listenverbindung ein. Für 2011 verzichtet sie darauf, nachdem sich eine grosse bürgerliche Koalition nicht realisieren liess.

Mathias Küng
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Noch 320 Tage bis zu den eidgenössischen Wahlen. Über die Ausgangslage in der Nationalratsdeputation der SVP haben wir gestern geschrieben. Wie sieht es in anderen grösseren Parteien aus? Insbesondere mit Blick auf mögliche Listenverbindungen?Klar entschieden hat sich bereits die FDP. Laut Präsident Thierry Burkart hat die Geschäftsleitung beschlossen, keine Listenverbindung einzugehen.

Burkarts Wunschvariante wäre eine grosse Koalition von FDP, SVP, CVP und BDP gewesen. Das erwies sich jedoch als nicht machbar, so Burkart. Eine Listenverbindung sei eine rechnerische Angelegenheit, werde aber von der Wählerschaft oft als inhaltliches Signal verstanden, sagt er. Mit ihrem Entscheid wolle die FDP auch ausdrücken, dass sie eine eigenständige Partei ist. «Es kam für mich nicht in Frage», so Burkart, «nur mit der SVP oder der CVP zusammen zu gehen».

Allein auch in die Ständeratswahl

Und noch einen weitreichenden Entscheid hat die FDP-Geschäftsleitung gefällt: auch bei den Ständeratswahlen marschiert sie allein - mit der bisherigen Ständerätin Christine Egerszegi, die 2007 als Newcomerin stimmenmässig den «Bisherigen» Maximilian Reimann übertrumpft hatte. Spannend wird dieser Alleingang, weil die FDP 2007 sowohl bei den Nationalrats- als auch bei den Ständeratswahlen mit der SVP zusammen gegangen war. Der jetzige Schritt beweist Eigenständigkeit, birgt aber auch Risiken.

SP und Gewerkschaften haben als einzige Partei ihre Nationalratsliste schon bereinigt. Auf ihrer Liste sind - nachdem Doris Stump nicht mehr antritt - ein oder zwei Sitze neu zu vergeben. Gesetzt sind Pascale Bruderer und Max Chopard. Sollte Bruderer für den Ständerat kandidieren und dort gewählt werden, hätten SP-Vize Cédric Wermuth und Strafrechtsprofessor Martin Killias wohl die grössten Chancen auf ein Mandat. 2007 bestritt die SP die Wahlen mit den Grünen. Und 2011? Laut Präsident Marco Hardmeier ist man im Gespräch mit mehreren Parteien, gerade auch den Grünen. Ein Entscheid ist aber noch nicht gefallen.

CVP mit der BDP

Spannend wird es bei der CVP. Sie trat 2007 zusammen mit dem Forum Liberale Mitte von Ueli Siegrist an. Dank den Stimmen dieses Forums reichte es ihr für einen dritten Sitz. Und 2011? Laut Präsident Franz Hollinger «kommt für uns die BDP als erster Listenverbindungspartner in Frage», mit der die CVP im Grossen Rat eine Fraktion bildet. Man habe eine Vereinbarung, sei aber zusätzlich mit anderen Parteien im Gespräch.

Auf sicher haben die Grünen ihren Sitz mit Geri Müller. Derzeit reden sie laut Wahlstratege Jonas Fricker für allfällige Listenverbindungen «mit allen Parteien, die AKW ablehnen». Je nach Listenverbindung(en) könnte für die Grünen im besten Fall ein zweiter Sitz drinliegen.

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