Sie alle liessen sich nicht vom garstigen Wetter abschrecken und bewiesen damit, dass sie nicht nur Schönwetterwanderer sind, sondern fähig, den inneren Schweinehund zu überwinden. Echte Wanderer eben. Und sie waren sogar gut gelaunt.

André Schraner, Förster und OK-Präsident der Holzköhlerei Mettauertal

André Schraner, Förster und OK-Präsident der Holzköhlerei Mettauertal

Von Leckerei zu Leckerei

Bei strömendem Regen startete die Truppe auf der Passhöhe Bürensteig. Von dort ging es über gut zehn Kilometer und in knapp fünf Stunden - inklusive Boxenstopps - via Laubberg und Wil nach Schwaderloch. Jürg Meier, Landschaftsführer Jurapark Aargau, wies die Truppe zwar immer wieder auf die Schönheiten des Tafeljuras hin - lange mochte aber niemand stehen bleiben. Gestern hielt nur die Bewegung den Körper warm. Zudem schienen die versprochenen Leckereien viele anzutreiben. Gleich viermal wurde die Truppe mit Speis und Trank verwöhnt (vgl. Texte unten) und die Degustations-Teller waren ratzfatz leer.

Peter Pfrunder, Damhirschzüchter aus Gansigen

Peter Pfrunder, Damhirschzüchter aus Gansigen

Mit dabei war auch Joël Mesot, der Direktor des Paul Scherrer Instituts. Für ihn war es sozusagen ein Heimspiel. Er wohnt in Gansingen und marschiert mehrmals wöchentlich auf den Laubberg und zurück. Das brauche er, um den Kopf auszulüften und von der Arbeit abzuschalten erklärte er. Auch Peter Weber, Schweizer Meister im Senioren-Hochsprung und Gemeindepräsident von Mettauertal braucht regelmässig Bewegung. Wandern sei aber eigentlich nicht sein Ding. Das Tempo sei ihm zu langsam. Er geht lieber joggen.

Vorteile von Regenwanderungen

Wandern bei Regen und Kälte hat auch Vorteile, wie die frohe Truppe beim Feierabendbier feststellte:

• Die Wege sind frei, es sind weniger Leute unterwegs und damit auch weniger Walkingstöcke.
• Man schwitzt nicht so schnell.
• Man ist stolz auf sich, weil man den inneren Schweinehund überwunden hat.
• Nur wer bei Regen wandert, entdeckt die schöne Melancholie einer Landschaft in Tropfen.
• Unterwegs trennt sich die Spreu vom Weizen - die Jungs mit den Stoffschuhen geben auf. Die richtigen Wanderer sind nun unter sich.