Wahlauftakt der CVP
Die CVP Aargau holt sich Power beim Zuger Nationalrat Gerhard Pfister

Nicht zufällig hat die CVP ihre Grossratskandierenden zum Wahlauftakt nach Wettingen in den Klosterbezirk geladen. Der Stern an der Limmat soll auch die Mittepartei wieder unter einen guten Stern führen. Motivation holt sich die CVP vom Zuger Nationalrat Gerhard Pfister.

Fabian Muster
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Zuger Nationalrat Gerhard Pfister macht der CVP Aargau Dampf:

Zuger Nationalrat Gerhard Pfister macht der CVP Aargau Dampf:

Keystone

Die Verluste der letzten National- und Grossratswahlen gilt es zu überwinden und «neue Power zu holen und das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken», so der CVP-Präsident Markus Zemp. Bewiesen haben dies alle anwesenden Kandidaten am Schluss der Veranstaltung, als sie zum Hit «We Are Family» fürs Gesamtfoto posierten und die Hände in die Höhe streckten.

Feuer eingeheizt hat den Aargauern auch der Zuger Nationalrat Gerhard Pfister mit einer Brandrede, die immer wieder für Lacher unter dem Publikum sorgte, aber auch provozierte. «1979 hatte die CVP Aargau vier Nationalräte und einen Ständerat.» Es sei nicht einzusehen, wieso die Partei nicht wieder dahin kommen sollte, rief der letztjährige Wahlkampfleiter der nationalen Wahlen in den Saal.

Kernkompetenz: Kompromiss

Unter den zehn Geboten für einen erfolgreichen Wahlkampf im Aargau soll das Stimmvolk unter anderem an den Satz glauben: «Je erfolgreicher der Aargau, desto mehr CVP.» Diesen Slogan müsse die Partei den Bürgern so nahe bringen, dass diese glaubten, sie seien selbst auf diese Idee gekommen – und wählen daher CVP.

Er verwies weiter auf die Kernkompetenz der Partei: den Kompromiss. «Es gibt keine Partei, die so schlau mit Kompromissen gewinnt wie die CVP – nur merken das zu wenig.»

Eine Routine, die lebt

Aufgelockert wurde der Abend durch einen Publikumswettbewerb unter den Bezirksparteien. Sie hatten je fünf Minuten Zeit, ihre Pläne für ihren eigenen Wahlkampf in den Regionen zu präsentieren. Ob das unkonventionelle Inserat für Ferienrückkehrer, das Motto «One Team, One Spirit» oder eine kurze Gesangseinlage: Die Ideen waren so vielfältig wie die Kandidaten, die sich vorstellten.

Der Bezirk Muri mit den Wortführern Ralf Bucher und Franz Hagenbuch siegte schliesslich vorab wegen ihres Give-aways und der Symbolik dahinter: einem Holzkreisel, der sich um die eigene Achse dreht, aber trotzdem immer in seiner Mitte steht.

Der wieder antretende Regierungsrat Roland Brogli zeigte sich in einem Interview mit Moderatorin und Vizepräsidentin Nicole Meier Doka motiviert für eine weitere Amtsperiode: «Nach fast 12 Jahren hat sich zwar eine gewisse Routine eingeschlichen. Die lebt aber.»