Umfahrung Mellingen
Die Bagger werden in Mellingen allerfrühestens im Herbst 2013 auffahren

Nun liegt der Balll beim Umfahrungsprojekt Mellingen wieder beim Kanton. Er wird das Projekt nun konkretisieren und irgendwann im 2012 öffentlich auflegen. Gibt es dann keine Einsprachen, kann ab Herbst 2013 gebaut werden.

Merken
Drucken
Teilen
Fotomontage Umfahrung Mellingen

Fotomontage Umfahrung Mellingen

Zur Verfügung gestellt

Im allergünstigsten Fall werden die Bagger in Mellingen im Herbst 2013 auffahren. Aber nur dann, wenn es bis zu diesem Zeitpunkt keine Einsprachen gibt. Dieser Fall, so viel lässt sich heute schon sagen, ist eher unwahrscheinlich.

Klar ist nach der Abstimmung eigentlich nur die Finanzierung. Die Umfahrung soll 36,5 Millionen Franken kosten. Der Kanton zahlt 29,3 Millionen, die Gemeinde Mellingen den Rest.

Ein Detail-Projekt gibt es noch keines. Was existiert, ist ein «generelles Projekt». Auf dessen Basis seien die Visualisierungen, die im Vorfeld der Abstimmung publiziert wurden, entstanden, erklärt Josef Korbonits von der Abteilung Tiefbau. Der Ingenieur ist der Projektverantwortliche. Als nächstes würde die Planung nun verfeinert und ein Detailprojekt ausgearbeitet. «Es wird Projektsitzungen geben, an denen um die 20 Experten teilnehmen», skizziert Korbonits die kommende Arbeit. Er wird dabei die Fäden zusammenführen. Die Spannbreite ist gross und reicht vom Landerwerbsplan, über Baustatik bis hin zu einer Umweltverträglichkeitsprüfung.

2012 wird öffentlich aufgelegt

Irgendwann im Jahr 2012 sollte das Projekt dann öffentlich zur Baubewilligung aufgelegt werden können. Einen genauen Zeitpunkt dafür gibt es nicht.

Dann wird sich zeigen, wie gut die Projektgruppe gearbeitet hat. Lässt sie Gegnerargumente ins Projekt einfliessen, nimmt sie möglichen Beschwerden den Wind aus den Segeln.

Dass das Projekt die Baubewilligung ohne Einsprachen durchlebt, scheint unwahrscheinlich. Vor allem Abschnitt 2 ist umstritten. Die beiden Abschnitte sollen daher getrennt behandelt werden.

Jahrelange Verzögerungen möglich

Umweltverbände und Betroffene können hier erneut Beschwerde machen und den Fall durch alle Instanzen hindurch bis vor Bundesgericht ziehen. In diesem Fall dürften Jahre vergehen, bis gebaut wird. Das Beispiel des geplanten Neubaus des Zürcher Hardturm-Stadion hat gezeigt, dass auf diesem Weg ein vom Volk gutgeheissenes Projekt zu Fall gebracht werden kann.

So weit muss es in Mellingen nicht kommen. «Es ist durchaus möglich, dass Abschnitt 1 schneller realisiert werden kann», meint Korbonits vielsagend. Die Bauzeit für den ersten Abschnitt veranschlagt er auf etwa 2 Jahre. Wird parallel dazu auch Abschnitt 2 gebaut, dürfte die Bauerei etwa drei Jahre dauern. (rsn)