Atomausstieg

Deshalb hat Eichenberger beim Atomausstieg nicht abgestimmt

Die FDP-Nationalrätin sagt: «Ich habe zum Atomausstieg eine Art Enthaltung der Enthaltung gestimmt.»

Corina Eichenberger

Die FDP-Nationalrätin sagt: «Ich habe zum Atomausstieg eine Art Enthaltung der Enthaltung gestimmt.»

Die Aargauer FDP-Nationalrätin Corina Eichenberger hat gestern in der wichtigen Abstimmung zum Atomausstieg nicht abgestimmt. Nun erklärt sie, warum sie dies getan hat, obwohl sie im Saal anwesend war.

Betrachtet man die Anzeigetafel des Atomausstieg-Entscheids, so fallen bei der FDP drei Politiker auf: Corina Eichenberger (AG), Kurt Fluri (SO) und Hans Rudolf Gysin (BL). Sie haben bei der gestrigen, wichtigen Abstimmung zum Atomausstieg nicht teilgenommen. «Nicht anwesend», steht da unter deren Namen. Anwesend waren die drei Parlamentarier zwar, aber sie stimmten nicht ab.

Die FDP enthielt sich bei der Abstimmung zum Atomausstieg

Die FDP enthielt sich bei der Abstimmung zum Atomausstieg

Doch warum eigentlich? Die FDP-Fraktion hat einstimmig entschieden, sich bei der Motion zu enthalten. Eichenberger, Fluri und Gysin haben gegen diesen Fraktionsentscheid protestiert. Auf Anfrage gibt sich Eichenberger über die Gründe jedoch zurückhaltend: «Manchmal gibt es in der Politik übergeordnete Gründe, an die man sich zu halten hat. Ich habe eine Art Enthaltung der Enthaltung gestimmt», sagt sie zur az.

Eichenberger ist grundsätzlich eine Verfechterin des derzeitigen «Strommix», wie sie selbst sagt. «Ich hätte die Motion deshalb abgelehnt», sagt sie.

Auswirkungen auf die Wahlen?

Viele az-Leser haben den Entscheid der FDP, sich zu enthalten, nicht verstanden. Ob die Enthaltungen Auswirkungen auf die Wahlen im Herbst haben werden, wollte Eichenberger nicht kommentieren. «Das wird sich zeigen», sagt sie lakonisch.

Für az-Leser Stefan Pedrossi hingegen ist klar: «Parlamentarier sind gewählt worden, um ihre Meinung zu äussern und auch abzustimmen. All jene, welche sich der Stimme enthalten haben oder mit Abwesenheit glänzten, und somit nicht den Mut aufbrachten, ihren Wählern klar zu zeigen, wo sie stehen, sollen abgewählt werden.» (sha)

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