Es raucht und dampft: Urs Lüthy (39) fühlt sich bei seiner Arbeit als Whiskybrenner wie ein Alchimist. «Das Pröbeln fasziniert mich.» Überhaupt fühlt er sich wohl zwischen Fässern, Whiskyflaschen und dem Brennofen. Er habe eben einen «hochprozentigen» Beruf. Sein Bestreben ist jedoch, die Wertschöpfung möglichst auf dem Hof zu behalten.

Seit 2005 stellt er in seiner hofeigenen Brennerei nebst edlen Destillaten auch Single Malt Whisky her. Als einziger Schweizer Brenner verwendet er ausschliesslich heimische Produkte: Braugerste, Urdinkel und Mais pflanzt er selber an. Auch die aufwändige Arbeit des Mälzens – dem Keimvorgang, bei dem aus Getreide Malz entsteht – macht er gerne. «In der Schweiz gibt es keine einzige Mälzerei, die ausschliesslich für den Eigenbedarf produziert.»

Der Müheler Brenner steht vor seiner mobilen Brennerei, die er einst ersteigert hat. Der Besitzer fand, das sei nur noch ein «Rosthaufen». Heute glänzen die Teile wie neu. Eine Emailplakette hängt noch daran: «Schwarz brennen verboten.» Ist der Brenner an Festen unterwegs, heizt er nach alter Tradition mit Holz ein. «Das zieht Leute an.»

Schottland fasziniere ihn als Land. Dort begann er auch, Whisky zu geniessen. Wohl tragen seine Produkte keine schottischen Titel, dafür regionale. «Unser Whisky soll authentisch sein, den Duft der Schweiz in sich tragen.»

Den Lenzburger Single Malt Whisky destillierte Urs Lüthy 2006, am Jubiläumsfest «700 Jahre Stadtrecht». Die 321 Flaschen sind längst ausverkauft. Der Urdinkel-Whisky wurde mit Oberkulmer Rotkorn hergestellt. Gute drei Jahre reifte dieser in einem Blauburgunder-Barrique.

Die Geduld hat sich gelohnt: Das Produkt wurde in der «Whisky Bible 2010» des Whiskypapstes Jim Murray ausgezeichnet.