Der Storch kehrt nach 20 Jahren heim

Peter Rickenbach hat eine alte Statue restaurieren lassen und sie wieder aufgestellt.

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Gipf-Oberfrick Für ihn wurde ein Traum wahr. Endlich konnte Peter Rickenbach die Vogelskulptur nach Hause holen. 20 Jahre hatte er darauf warten müssen. Es tat ihm in der Seele weh, sie im Garten eines Kollegen in Frick stehen zu sehen, von Wind und Wetter gegerbt, zuletzt arg lädiert und in seine Einzelteile zerfallen. Stets war er beim Besitzer auf Granit gestossen. Dieser wollte die Skulptur nicht herausgeben. 2019 dann die langersehnte Wende. Der Besitzer rief an, fragte: «Noch Interesse an dem Storch?» Und ob. Rickenbach brachte den Vogel heim.

«Ich sehe mich noch 1959 singend unter dem Storch stehen», erzählt Rickenbach. Es war das Jahr, als die Gemeinde das Schulhaus in Gipf-Oberfrick einweihte. Rickenbach war Erstklässler. Gemeindeammann Adolf Suter hatte, um das Schulgelände zu verschönern, einen Zürcher Künstler engagiert, den Schöpfer des Storchs. So spreizte dieser seine Fittiche schützend über den Schulbrunnen. Diente als dekorativer Hintergrund für manches Klassenfoto. Liess Kinder auf seinen Flügeln herumturnen, die in der Pause den Ausgleich fürs Stillsitzen im Unterricht suchten.

Vier Jahrzehnte lang, bis 1999, ging alles gut. Doch dann, beim Abriss der Turnhalle, fiel der Vogel aus Versehen dem Abrissbagger zum Opfer. Er wurde in eine Bauschuttmulde geworfen. Bis ihn besagter Kollege dort entdeckte, zu sich nahm und 2019 Rickenbach überliess. «Es hat mich schockiert, wie gering das Interesse an dem Kunstwerk seinerzeit war», sagt er. Unverständlich für ihn, dass es 1999 nicht restauriert und wiederaufgestellt worden ist.

Der angestammte Platz ist bereits besetzt

Das hat er jetzt übernommen und privat bezahlt. «Es war nicht einfach, die Skulptur zu restaurieren», erzählt Rickenbach. In Zusammenarbeit mit dem Effinger Eisenkünstler Daniel Schwarz und dessen Schweissgerät gelang es. Schwarz fand heraus, dass der Storch aus einer Alu-Legierung besteht. Jetzt steht die Skulptur auf Rickenbachs privatem Grundstück an der Landstrasse/Ecke Müligass. An ihren angestammten Platz beim Schulhaus konnte sie nicht zurück. Rickenbach: «Der war besetzt, dort steht jetzt ein anderer Vogel.» Der Altgemeinderat von Gipf-Oberfrick mit dem Ressort Schulwesen hofft, dass sich die Gipf-Oberfricker beim Vorbeiflanieren der guten alten Schulzeiten erinnern mögen. (hcw)

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