Aargau
Der Pleitegeier kreist mit Vorliebe über den Bezirken Kulm und Zofingen

2010 wurden im Kanton Aargau über 20 Prozent mehr Konkurse eröffnet als im Jahr zuvor. Das ist Rekord. Die meisten Pleiten von Firmen und Privaten gab es in den Bezirken Zofingen und Kulm.

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Pleitegeier zieht seine Runden über dem Aargau:

Pleitegeier zieht seine Runden über dem Aargau:

Keystone

Dies teilte das kantonale Konkursamt auf Anfrage der az mit. Warum im Aargau 20,3 Prozent mehr Konkursverfahren eröffnet wurden, während am anderen Ende der Skala der Kanton Thurgau 35,7 Prozent weniger Fälle verzeichnete, ist laut den Experten des Konkursamts Aargau schwierig zu erklären.

Zahl der Konkurs wieder auf Niveau 2003-2007

«Eine klare Aussage lässt sich aus der Statistik 2010 nicht ableiten», sagt Konkursamt-Leiterin Beatrice Reinhardt – und warnt gleichzeitig vor übereilten Rückschlüssen: «Es kann sich hier um Zufall handeln.» Die Entwicklung müsse über mehrere Jahre hinweg betrachtet werden.

Diese Entwicklung zeigt klar: 2010 hat die Zahl der Konkurseröffnungen zwar massiv zugenommen hat, mit 640 Fällen liegt diese jedoch wieder ungefähr auf dem Niveau der Berichtsjahre 2003 bis 2007. In den zwei Jahren dazwischen war die Zahl der Fälle unterdurchschnittlich tief (2008: 555 Fälle; 2009: 532).

Viele Pleiten in Kulm und Zofingen

Das kantonale Konkursamt gibt sich zwar zurückhaltend bei der Einordnung der Statistik 2010. Vor allem eine Entwicklung ist laut den Experten jedoch augenfällig: Überdurchschnittlich viele Pleiten gab es in den Bezirken Kulm und Zofingen.

Auch hier könnte jedoch der Zufall mit im Spiel sein. «Dieses Jahr sieht die Verteilung vielleicht schon wieder ganz anders aus», relativiert Beatrice Reinhardt. (pi)