Kölliken
Der Natur auf der Spur im Dorf der Sondermülldeponie

Die gemeinderätliche Kommission Natur und Landwirtschaft lud die Dorfbevölkerung zum Rundgang durchs Oberdorf von Kölliken ein. Erstaunlich, wie rasch die Natur sich Biotope zurückerobert hat.

Zaneta Hochuli (Text und Fotos)
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Besichtigung des Biotops an der Hofstrasse, welches zahlreichen Amphibien Schutz und Lebensraum bietet.

Besichtigung des Biotops an der Hofstrasse, welches zahlreichen Amphibien Schutz und Lebensraum bietet.

Zum Schluss der Exkursion «Vielfalt im Dorf» durchs Kölliker Oberdorf meinte Martin Bossard, Präsident der Kommission, begeistert: «Es ist beeindruckend, wie schnell die Natur die Plätze erobert hat, wie das Zusammenspiel der einzelnen Kommissionen und Vereinen harmonisiert.» Ausserdem sei er schon lange her, dass er eine meterhohe Wildwiese begehen konnte.

Stattgefunden hat dieser Rundgang am Samstag, und zwar bei sonnigen 26 Grad. Die Interessierten trafen sich beim Besucherpavillon der SMDK (Sondermülldeponie Kölliken) um die Ergebnisse der Naturprojekte zu besichtigen. Diese wurden von Landwirten, Firmen, Privaten und dem Naturschutz Hand in Hand erarbeitet.

Sichtbare Erfolge

Auf dem Areal der SMDK zeigt Peter Lais, Betriebsleiter, via Luftaufnahmen die Situation früher und heute, wobei die Erfolge sichtbar sind: Entlang der Hofstrasse entstanden Biotope, welchen vielen Insekten und Amphibien Lebensraum bieten.

Auf dem Aegertem wurden Hochstammbäume beziehungsweise Alleen angelegt, welche ökologisch wertvoll sind, da sie vielen Vogelarten Lebensraum bieten. Durch intensive Landwirtschaft wurden grosse Flächen freigelegt und viele Wanderwege der Tiere unterbrochen. Mit der Stilllegung des Ackerlandes und Nutzung von extensiven Wiesen und Krautsaum auf 18 Hektaren des Wannackers entstand ein artgerechter Lebensraum für viele Tiere, welcher den Wald mit der Holzmattgrube vernetzt. Die Begehung der meterhohen Wiese ist ein Erlebnis für die Teilnehmer. Die Wiese wird bloss einmal jährlich und auch dann nur zur Hälfte gemäht, damit den Tieren ein Rückzugsort bleibt,

Zuletzt führt die Exkursion in die Holzmattgrube, welche durch den Lehmabbau für die Ziegelei entstanden ist und später als Deponie für Hauskehricht genutzt wurde. Dominik Graber, Mitglied der Kommission Natur und Landwirtschaft erzählt, dass der NVVK (Natur und Vogelschutzverein) vor 12 Jahren das knapp 14000 Quadratmeter grosse Grundstück für 20’000 Franken erwarb. Darauf entstand in den folgenden Jahren ein Naturreservat mit einer Wasserstelle, einem Weiher, Schilf, Wald und Wiesen. Da die jährlichen Pflegearbeiten schweisstreibend waren, genehmigte man einem Landwirt seit zwei Jahren die Beweidung des Areals durch Rinder und Ziegen.

Abschliessend wird auf den Hof Mathys geladen, wo die Teilnehmen bei Würstchen und Saurer Most weiter über die Ergebnisse der Naturprojekte fachsimpelten.